Das Kreuz (2)

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Jesu Sicht auf das Kreuz

Welchen Blick hatte Jesus selbst auf das Kreuz? War seine Festnahme, Verurteilung und sein Tod am Kreuz für ihn eine Überraschung?

Jesus spricht das, was ihm bevorsteht, frühzeitig, wiederholt und mit wichtigen Details versehen an. Bereits in Matthäus 16, 21 lesen wir: ”Seit der Zeit fing Jesus an, seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen” (vgl. auch Markus 8, 31 – 33; Lukas 9, 22).

In Matthäus 17, 22 – 23 fährt der Evangelist fort: ”Als sie in Galiläa zusammen waren, sprach Jesus zu ihnen: Der Menschensohn wird überantwortet werden in die Hände der Menschen und sie werden ihn töten, und am dritten Tag wird er auferstehen. Und sie wurden sehr betrübt”  (vgl. auch Markus 9, 30 – 32; Lukas 9, 43 – 45).

Es folgt in Matthäus 20, 17 – 19: ”Und Jesus zog hinauf nach Jerusalem und nahm die zwölf Jünger beiseite und sprach zu ihnen auf dem Wege: Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten überantwortet werden; und sie werden ihn zum Tode verurteilen und werden ihn den Heiden überantworten, damit sie ihn verspotten und geißeln und kreuzigen; und am dritten Tage wird er auferstehen” (vgl. auch Markus 10, 32 – 34; Lukas 18, 31 – 33).

Und kurz vor seiner Gefangennahme (vgl. Matthäus 26, 45) :”Dann kam er zu den Jüngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr weiter schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist da, dass der Menschensohn in die Hände der Sünder überantwortet wird.”

Jesus sah seinen Auftrag und seinen Weg klar vor sich. In Matthäus 20, 28 wird er wie folgt zitiert:
“… so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.”

Die Kreuzigung – die Tatsachenberichte

Die Beschreibung der Passion Jesu, das bedeutet die Darstellung des Leidensweges und des Todes von Jesus am Kreuz, nimmt in der Bibel einen sehr wichtigen Platz ein. Alle vier Evangelisten berichten ausführlich über den Verrat durch Judas, das letzte Passahmahl Jesu mit seinen Jüngern, die Festnahme von Jesus, die Verhöre, seine Verurteilung, die Geißelung, den Weg zur Hinrichtungsstätte, die Kreuzigung auf dem Hügel Golgatha, Jesu Tod und Begräbnis. Die nachfolgenden Schriften des Neuen Testament nehmen immer wieder auf diese Ereignisse, die um das Jahr 30 nach Christus stattfanden, Bezug. Aus Platzgründen kann ich hier nicht die Begebenheiten im Einzelnen nachzeichnen. Sie sind jedoch so wichtig für das Verständnis des Christentums, dass ich dir empfehle, sie selber in der Bibel nachzulesen. Du findest sie in Matthäus 26 – 27, Markus 14 – 15, Lukas 22 – 23, Johannes 13, 21 – 30 und Johannes 18 – 19.

An den lebendigen Schilderungen der Geschehnisse wird noch einmal in besonderer Weise deutlich, dass das Christentum und der christliche Glaube auf geschichtlichen Tatsachen beruht. Charles Anderson schreibt: “Es kann gar nicht genug hervorgehoben werden, dass das Christentum eine historische Religion ist, so eng an die Geschichte gebunden, dass sie, wenn die historische Glaubwürdigkeit ihrer Quellen erschüttert würde, augenblicklich das Recht verlöre, Glauben von uns zu fordern” (Charles Anderson in: McDowell/Wilson 1995: Jesus von Nazareth. Tatsachen und Argumente für die Wahrheit der Evangelien, Neuhausen/Stuttgart: Hänssler. Seite 13).

Auch 2.000 Jahre nach diesen Ereignissen kann mit Recht festgehalten werden:  Die Glaubwürdigkeit der Bibel wurde auch in Bezug auf die Passion Christi unentwegt in Frage gestellt und angegriffen. Doch auch an dieser Stelle konnte Gottes Wort bisher nicht widerlegt werden.

Die Kreuzigung – eine erfolgreiche Hinrichtung

Die Vollstreckung eines Todesurteils durch Kreuzigung war unter der Herrschaft der Römer eine durchaus übliche Vorgehensweise. Es ist mit Sicherheit so, dass die Kreuzigung zu den grausamsten und qualvollsten Hinrichtungsarten der damaligen Zeit gehörte. Manche meinen, dass die Kreuzigung die scheußlichste aller Foltern und die erbärmlichste Todesart darstellte. Die Kreuzigung war darüber hinaus eine sehr sichere Art jemanden zu Tode bringen. Die Überlebenschancen für einen Gekreuzigten, auch wenn er nur relativ kurze Zeit am Kreuz hing, war gering. Es gibt Behauptungen, Jesu wäre (noch) gar nicht tot oder nur scheintot gewesen, als man ihn vom Kreuz nahm. Wenn man sich jedoch näher mit diesem Thema beschäftigt, wird eines ganz klar: Jesus ist am Kreuz tatsächlich gestorben. Er ist hier nicht mit dem Leben davongekommen (vgl. hierzu McDowell 1993: Die Tatsache der Auferstehung. Bielefeld: Christliche Literatur-Verbreitung. Seite 62 – 73 und 130 – 137)!

Bibelverse zitiert aus: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

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