Trittfest

Lesezeit: 5 Minuten

“Wow!”, habe ich heute früh gedacht, als ich die App auf meinem Handy öffnete, “DAS kann ich nicht einfach so vorbeirauschen lassen … ”

Ins Schleudern gekommen

Gerade in den letzten 15 Monaten ist mir immer mehr bewusst geworden, wie sehr unsere Welt ins Schwimmen geraten und ins Schleudern gekommen ist. Nichts scheint mehr so zu sein, wie wir es bisher gewohnt waren. Natürlich ist der Hauptgrund dafür die weltweite Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen. Hierdurch hat sich so vieles, auch in unserem Alltagsleben, verändert.

Es geht mir aber nicht nur um die “handfesten”, sichtbaren und praktischen Dinge. Bewusst oder unbewusst hat sich auch etwas im Denken, Fühlen, in den Werten und Sichtweisen der Leute verändert.

Die Gesundheit war zum Beispiel für viele zwar auch vorher schon ein wichtiges Gut. Verständlicherweise ist sie gefühlt nun aber noch stärker in den Fokus gerückt und geradezu das dominierende Thema geworden. In den Medien und in den Gesprächen am Arbeitsplatz oder im Privaten. Wenn wir sehen, dass jetzt auch junge Menschen in größerer Anzahl an Covid-19 erkranken, ins Krankenhaus müssen oder sogar sterben, wird uns gleichzeitig die Zerbrechlichkeit unseres Lebens klar.

Jetzt, wo so vieles auf den Kopf gestellt worden ist, fragen sich immer mehr Menschen: Was hat eigentlich noch Bestand? Was hat einen bleibenden und unumstößlichen Wert? Worauf können wir uns eigentlich noch verlassen?

Fester Boden

Während viele Leute in dieser unsicheren Zeit keinen äußeren und inneren Halt mehr in ihrem Leben finden, haben wir als Christen jedoch ein starkes Fundament. Und das ist mir heute früh noch einmal so richtig bewusst geworden, als ich den folgenden Tagesvers in meiner Bibel-App las:

Tagesvers 11.04.2021 der Bibel-App You Version

Gott hat sich uns offenbart. Vor allem in und durch die Bibel. Wir haben das also sogar schriftlich! Wenn mir jemand etwas erzählt, dann kann ich mich vielleicht noch lange daran erinnern, den genauen Wortlaut des Gesagten kann ich mir jedoch meist nicht lange merken. Daher ist es gut, dass wir Gottes Wort in der Bibel schwarz auf weiß haben. Dann können wir es immer wieder nachlesen und uns vergewissern.

Trotz aller immer wieder vorgebrachter grundsätzlichen Kritik an der Bibel, dem Anzweifeln der Echtheit des überlieferten Textes sowie der Beanstandung einzelner Textstellen oder der gesamten Übersetzungsarbeit verschiedener Bibelausgaben, können wir das Folgende festhalten: Wenn wir die Bibel lesen, können wir sicher sein, dass wir zuverlässig Gottes Wort vor uns haben. Die Bibel ist das am besten belegte Buch überhaupt. Ihre Überlieferung erfolgte über die vielen Jahrhunderte äußerst sicher und gewissenhaft. Das innere und äußere Zeugnis für die Echtheit der Schrift ist überwältigend.

Angebliche Widersprüche und Abweichungen zwischen diversen Handschriften ließen sich klären oder sind für die inhaltlichen Aussagen und Lehren unerheblich. An den Mängeln in den verschiedenen Übersetzungen wurde in den letzten Jahrzehnten weiter intensiv gearbeitet. Auch wenn es natürlich keine “perfekte” deutsche Übersetzung der Heiligen Schrift gibt, so haben wir doch heute eine Reihe guter deutscher Übersetzungen sowie gute Bibel-Kommentare, sodass natürlich auch Leuten, die nicht Hebräisch und/oder Griechisch können, die gute Nachricht in einer sehr guten sprachlichen Qualität zur Verfügung steht.

Darüber hinaus sagt der Apostel Paulus es an dieser Stelle im 2. Timotheusbrief ganz deutlich: “… die ganze Heilige Schrift ist von Gott eingegeben.” Da die Schreiber der einzelnen biblischen Bücher durch Gottes Geist inspiriert geschrieben haben, müssen wir uns beim Lesen nicht mehr ständig fragen: “Was davon ist jetzt tatsächlich Gottes Wort?” Nein, als Christen stehen wir nicht auf “schlüpfrigen” Boden, auf dem wir jederzeit auszurutschen drohen. In der Bibel können wir nicht nur Gottes Wort finden, sondern sie ist Gottes Wort. Vollständig, in Gänze, durch und durch. Gott spricht durch die Bibel persönlich, direkt und konkret zu uns.

Know-how …

Gott hat uns sein Wort, die Bibel, nicht nur einfach so gegeben. Sondern er verfolgt damit ein konkretes Ziel. Sein Wunsch ist es, dass wir so leben, wie es ihm gefällt. Das ist nicht egoistisch, weil er will, dass alle nach seiner Pfeife tanzen. Gott weiß vielmehr ganz genau, was gut für uns ist. Er ist schließlich unser Schöpfer, er hat uns gemacht.

Insofern ist die Bibel auch so etwas wie eine Gebrauchsanweisung für das Leben. Sie gibt Informationen, klärt auf, beleuchtet die Hintergründe und gibt – in der Regel gut und ausführlich begründete – allgemeine und konkrete Anweisungen.

Paulus betont an dieser Stelle zwei besondere Punkte: “Schuld einsehen” und “wieder auf den richtigen Weg zu kommen”. Das ist auch ganz wichtig. Denn Schuld zerstört. Und sie trennt uns von Gott. Das ist weder gut für uns, noch für unsere Nächsten, die gegebenenfalls durch uns Leid oder Sorgen erfahren. Ein Leben ohne Gott führt in die Irre und geht am Ziel vorbei. Wir Menschen sind für und zur Gemeinschaft mit Gott geschaffen. Schuld, oder mit einem anderen Wort – Sünde – ausgedrückt, macht jedoch Gemeinschaft mit Gott unmöglich. Daher ist es zentral, dass wir dieses “Schuldproblem” loswerden.

Genau dafür ist Jesus Christus auf diese Welt gekommen, am Kreuz gestorben und am dritten Tag auferstanden. Das haben wir vor einigen Tagen, zu Ostern, gefeiert. Das ist der Schlüssel. Und deswegen geht es im Neuen Testament vor allem um Jesus, den Sohn Gottes. Ohne ihn und das, was er für uns getan hat, ist die Erlösung von unserer Schuld nicht möglich. Selbst wenn wir unsere Schuld er- und anerkennen würden, könnten wir doch aus eigener Kraft nie auf den richtigen Weg, zu einem Leben mit Gott kommen. Das geht nur mit und durch Jesus Christus, den Heiland und Erlöser der Welt.

… für jeden Tag!

“Was jetzt? Was machen wir damit?”, magst du fragen. Nun, das ist eine berechtigte Frage. Wenn ich ein neues Gerät kaufe und dann in Betrieb nehme, “schlabbere” ich häufig die Bedienungsanleitung. Mir ist es oft einfach zu lästig sie zu lesen. Die ganzen Vorbemerkungen und seitenlangen Sicherheitsanweisungen. Bis die dann erstmal zum Punkt kommen, an dem es für mich interessant sein könnte! Kennst du das? Wenn ich manchmal den Haufen Papiere sehe, habe ich schon keine Lust mehr. Dann probiere ich es lieber erstmal so. Wird schon nichts schiefgehen. Und wenn ich wirklich nicht weiter komme, dann kann ich ja immer noch in die Anleitung schauen. Und, weißt du was – meistens klappt es dann auch so. Manchmal jedoch geht das ganz schön in die Hose …

Kann es sein, das wir in Bezug auf Gottes Wort genau so handeln? Wir haben zwar die Bibel im Regal stehen, aber schauen doch nicht oder viel zu selten rein. Die guten Tipps und Anweisungen für das Leben stehen uns umfänglich zur Verfügung, aber wir ignorieren und vernachlässigen sie.

Ganz ehrlich, ich finde wir sollten nicht die Bibel lesen, weil man das als guter Christ so macht und wir damit meinen unser (schlechtes) Gewissen beruhigen zu können. Nein, deswegen nicht! Sondern weil – und Paulus brachte das für Timotheus wirklich super auf den Punkt -: Die Bibel ” … soll uns unterweisen; sie hilft uns, unsere Schuld einzusehen, wieder auf den richtigen Weg zu kommen und so zu leben, wie es Gott gefällt. So werden wir reife Christen und als Diener Gottes fähig, in jeder Beziehung Gutes zu tun.” (2. Timotheus 3, 16 f. )


Bibelverse zitiert aus:
Hoffnung für Alle® (Hope for All)
© 1983,1996, 2002, 2009, 2015 by Biblica, Inc.®


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Über den Autor:

Torsten Ratschat, gebo­ren 1967, ist leitender Angestell­ter in der Stahl­industrie. Er ist verhei­ratet und hat 3 erwach­sene Kinder.

„Gottes Plan beinhaltet, dass mit unbekannten Leuten an unwichtigen Plätzen zu belanglosen Zeiten etwas ganz Großartiges und Wunderbares geschieht.“

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Eine Antwort

  1. Günter Romer sagt:

    Wer seinen eigenen Leib als Tempel Gottes erfahren hat wird die Botschaft der Bibel besser verstehen. Dazu bedarf es leider auch der Erfahrung von Krankheit und Schmerz.

    Wir brauchen nicht zwingend als erstes eine Gebrauchsanleitung. Ohne etwas erspürt und gespürt zu haben bleiben Worte oft nur Schall und Rauch.

    Es geht nicht ohne Erfahrung. Dabei dürfen wir auch Fehler machen oder uns schuldig machen, oder wie Du schreibst eine Sünde begehen. Wir sind eben nicht vollkommen und leben meist von Gott getrennt.

    Es gibt keinen direkten Weg in den Himmel.

    Wenn Gott es will oder die Zeit reif ist werden wir zur Gebrauchsanleitung greifen. Dann ist es Gnade oder ein Geschenk.

    Uns wurde Freiheit geschenkt und damit auch Verantwortung für das Leben. Ohne Gespür für die damit verbundene Verantwortung leben wir von Gott getrennt.

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