Täglich erneuert

Lesezeit: 3 Minuten

Täglich erneuert – das wäre doch schön, oder? Die Batterie wieder aufgeladen und volle Power zu haben. Für das, was ansteht. Und irgendwie ist das ja auch so. Zumindest, wenn wir gut geschlafen haben.

Schlaflos

Als ich noch jung war, da konnte ich den ganzen Tag aktiv und volle Pulle in Bewegung sein. Kaum hatte ich mich jedoch abends ins Bett gelegt, war ich eingeschlafen und schlief bis zum nächsten Morgen tief und fest, sodass ich wieder fit war für die anstehenden Herausforderungen. Was damals selbstverständlich war, ist heute leider nicht mehr so. Oft ist der Schlaf nur oberflächlich, unterbrochen oder wenig erholsam.

Dazu kommt, dass ich, wie wir alle, älter werde und sich dass auf meine Leistungsfähigkeit auswirkt. Vor einigen Tagen habe ich meiner Tochter beim Umzug geholfen und war danach völlig platt. Selbstverständlich ist so eine Sache auch für Jüngere anstrengend. Aber mir wird besonders bei solchen Gelegenheiten bewusst, wie sich die Grenzen meiner Belastbarkeit mittlerweile deutlich verschoben haben und die Spielräume kleiner geworden sind.

Vertrauen

Als ich vorhin die Tageslosung gelesen habe, musste ich daran denken. Und spürte deswegen ein Bedauern und eine gewisse Traurigkeit.

Gleichzeitig stellte sich jedoch auch Trost ein. Trost darüber, was mir diese beiden kurzen Bibelverse sonst noch vermittelten.

Der Schreiber von Psalm 71 ist mir ein Vorbild. Sein Vertrauen zu Gott ist so groß, dass er ihm alles offenlegt: seine tiefsten Gefühle, seine Sorgen und Nöte, seine Schwachheiten und Ängste. Und er traut seinem Gott alles zu und hofft in allem auf ihn. Dabei hilft ihm, dass er mit Staunen und Dankbarkeit auf sein langes Leben zurückblicken kann, in dem er viel von und über Gott gelernt hat.

Der Psalmist hat so gute Erfahrungen mit Gott gemacht, dass er ihn trotz aller aktuellen Schwierigkeiten loben und preisen kann. Er hat es gelernt geduldig zu sein und – auch angesichts der Bedrohungen durch Gottlose, Ungerechte und Tyrannen, sprich seiner Feinde – auf Gottes Eingreifen und Hilfe zu warten.

Auch wenn es von außen so aussehen mag, dass ihn Gott verlassen und im Stich gelassen hat, hält er sich erwartungsvoll an ihm fest.

Was mir besonders ins Auge springt, ist, dass der Schreiber die Erfahrung gemacht hat, dass Gott seine Seele erlöst hat.1 Ist es nicht das, was uns als Christen eint, was aber den Menschen, die ohne Gott sind, völlig fremd ist? Unsere Perspektive ist viel breiter, länger und tiefer als wir mit unseren Augen überschauen können. Und sie geht weit über unser irdisches Dasein hinaus. Wir haben eine ewige Bestimmung.

Deswegen dürfen wir auch getrost unser Altern und unser Schwächer-Werden in Gottes Hand legen.

Gutes für die Seele

Der Apostel Paulus bringt einen weiteren wichtigen Aspekt hinein, den wir manchmal übersehen oder vergessen: „ … wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.“2

Er spricht von dem hellen Schein in unseren Herzen sowie einem Schatz in irdischen Gefäßen, den wir als Christen haben.3 Das sind Gottes Kraft und Einsicht, die durch den Heiligen Geist in uns wirken und in unserem Leben mehr und mehr sichtbar werden. Durch Christus werden wir ausgerüstet – für das Heute hier, aber auch für die Ewigkeit bei Gott.

Diese Welt ist von Verfall geprägt. Unsere körperlichen Kräfte nehmen mit der Zeit ab. Aber der HERR baut in und mit uns etwas auf! Das Leben mit IHM bedeutet daher tägliche Erneuerung! Wenn wir uns körperlich müde und ausgelaugt fühlen, so dürfen wir uns doch daran klammern. Das Sterben mag äußerlich die Oberhand gewinnen, doch das Leben Christi verherrlicht sich mehr und mehr in uns.

Daher dürfen wir festhalten: Alles ohne Gott geht den Bach runter. Doch als Christen haben wir eine andere Hoffnung und Gewissheit: Tägliche, innere Erneuerung und eine bleibende Heimat bei Gott im Himmel!


1 vgl. Psalm 71, 23
2 vgl. 2. Korinther 4, 16
3 vgl. 2. Korinther 4, 6 f.

Bibelverse zitiert aus:
Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.


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Über den Autor:

Torsten Ratschat, gebo­ren 1967, ist leitender Angestell­ter in der Stahl­industrie. Er ist verhei­ratet und hat 3 erwach­sene Kinder.

„Gottes Plan beinhaltet, dass mit unbekannten Leuten an unwichtigen Plätzen zu belanglosen Zeiten etwas ganz Großartiges und Wunderbares geschieht.“

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