Harte Zeiten

Lesezeit: 3 Minuten

„Lehre mich, deinen Willen zu tun, denn du bist mein Gott, dein guter Geist leite mich auf ebenem Grund.“
(Psalm 143, 10)

Die letzten Wochen waren für mich sehr anstrengend. Auf der Arbeit gab es eine Menge zu tun. Neben der Unzahl an Aufgaben hatte ich wochenlang diverse IT-Probleme, die einfach nur nervten. Und es galt verschiedene Spannungen und Konflikte zu bewältigen, die mich manche Stunde Schlaf gekostet hatten. Auch privat war ich herausgefordert und eingespannt. Ich hatte in Summe einfach zu viele Baustellen, sodass ich insgesamt gestresst, gereizt und unzufrieden war. Unzufrieden auch mit mir und mit einigen meiner Reaktionen auf diese Herausforderungen, die – ich will es mal so sagen – manches Mal alles andere als optimal waren. Ich denke, du verstehst was ich meine.

Vielleicht kennst du auch solche Zeiten, die einem manchmal endlos erscheinen, in denen du überfordert bist und dich fragst: „Wo soll ich jetzt noch die Kraft hernehmen, um weitermachen zu können?“ und in denen alles in dir schreit: „Lasst mich doch einfach alle mal in Ruhe!“

Beim Bibellesen bin ich heute früh auf Psalm 143 gestoßen und dort längere Zeit hängen geblieben.

David befindet sich, als er diesen Psalm betet, in einer schwierigen Situation, die in gewissen Aspekten Parallelen zu meiner eigenen, oben beschriebenen Lage zeigt.

Er wird verfolgt und angegriffen, ist müde und ausgelaugt, verzagt und ängstlich, fühlt sich gleichzeitig schuldig und niedergeschlagen. Harte Zeiten.

Ein paar Tage der völligen Hilflosigkeit und Ohnmacht könnte man ja eventuell noch aushalten. Aber das über Wochen, Monate, vielleicht Jahre?

Trotzdem, David gibt nicht auf. Er tut etwas in einer Art und Weise, das für uns Vorbild sein kann.

Zunächst einmal: Er geht ins Gebet.1 David bleibt nicht in seinem Loch. Er verfällt nicht hektisch in Aktivitäten, sondern er wendet sich mit seinen Bitten und Sehnsüchten an seinen Gott, dem er dient.

Dabei, ganz wichtig, führt er sich vor Augen, was Gott in seinem Leben bereits alles getan hat: „Ich gedenke vergangener Tage, ich sinne über all dein Tun, erwäge das Werk deiner Hände.“2

Das verknüpft er mit den großartigen Eigenschaften seines Gottes:

Treu. Gott ist treu. Er hält an uns fest und lässt seine Kinder niemals im Stich.3

Aufmerksam und aktiv. Unser HERR hat uns im Blick, verliert uns nicht aus dem Auge. Wenn wir zu ihm rufen, hört er zu. Er lässt sich von unseren Bitten bewegen, erhört uns, antwortet und setzt Dinge zur rechten Zeit zu unserem Guten in Bewegung.4

Gnädig. Gott ist kein Richter, der uns wegen unserer Taten kaltherzig aburteilt. Nein, der HERR ist barmherzig, ein gnädiger Gott, der die Schuld nicht anrechnet, die Sünde verzeiht und den Gefallenen wieder aufrichtet.5

Rettend. Es gibt keine bessere Burg als unser Gott. Zu ihm können wir fliehen und uns so in Sicherheit bringen. Vertrauen wir uns ihm an, rettet er uns vor unseren Feinden und vor dem Bösen.6

Gut. Unser HERR ist durch und durch gut. Bei ihm gibt es keine Hinterlist, kein Neid, keine Missgunst und keine schlechte Seite. Er ist an uns und an unserem Wohl interessiert. Und genau das macht er zu seinem eigenen Anliegen. Dafür setzt er sich ein und wirkt durch seinen Geist.7

Lehrend. Aber nicht von oben herab belehrend, wie wir uns so oft anderen gegenüber zeigen. Natürlich, Gott steht in seiner Weisheit und Allwissenheit unendlich über uns. Er zwingt uns jedoch nicht die Wahrheit und seinen Willen auf. In Jesus Christus ist er den untersten Weg gegangen, hat uns gedient und ist für unsere Schuld am Kreuz gestorben. Wenn wir auf sein Wort und seine – oft leise und sanfte – Stimme hören, dann wird dies zum Segen.8

Lebendig, gerecht und gütig. Unser HERR ist lebendig und gibt uns das Leben.9 Seinen Kindern hat er seine Gerechtigkeit verliehen. Da er uns durch seinen Sohn Jesus Christus von aller Schuld reingewaschen hat, stehen wir vor ihm makellos und rein dar. In seiner Güte wacht er über uns und kämpft für uns gegen alle unsere Bedränger.10

Alles das legt David in sein Gebet hinein. Er leidet in seiner Not, seiner Schwachheit, in seinen Ängste und in seiner Verzweiflung. Doch er kennt IHN, seinen großen, allmächtigen und wunderbaren Gott. Vor IHM wird das alles klein. Auf diesen, seinen Gott vertraut er. Auf ihn wartet er:

„Lass mich am Morgen deine Gnade hören, denn auf dich vertraue ich. Tue mir kund den Weg, den ich gehen soll, denn zu dir erhebe ich meine Seele.“ (Psalm 143, 8)


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1 vgl. Psalm 143, 1 f.
2 vgl. ebenda, Vers 5
3 vgl. ebenda, Vers 1
4 vgl. ebenda, Verse 1, 7 u. 8
5 vgl. ebenda, Verse 2 u. 8
6 vgl. ebenda, Vers 9
7 vgl. ebenda, Vers 10
8 vgl. ebenda
9 vgl. Johannes 14, 6
10 vgl. Psalm 143, Verse 11 f.

Bibelverse zitiert aus:
Zürcher Bibel, 2007, © 2007 Verlag der Zürcher Bibel beim Theologischen Verlag Zürich


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Über den Autor:

Torsten Ratschat, gebo­ren 1967, ist leitender Angestell­ter in der Stahl­industrie. Er ist verhei­ratet und hat 3 erwach­sene Kinder.

„Gottes Plan beinhaltet, dass mit unbekannten Leuten an unwichtigen Plätzen zu belanglosen Zeiten etwas ganz Großartiges und Wunderbares geschieht.“

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