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“Befreit und geborgen”

Es gibt ein paar Stichworte, die wirklich wichtig sind. Diese beiden sind es definitiv!

Auseinandersetzung

Ein Vers im Kolosserbrief ist mir bereits vor vielen Jahren besonders aufgefallen und wichtig geworden. Seitdem komme ich immer wieder gerne auf ihn zurück. Insbesondere dann, wenn es gerade nicht so einfach ist.

Vor einigen Tagen war dies erneut der Fall. Ich hatte gerade meinen Artikel „Sündig gerecht?“ veröffentlicht. Plötzlich gab es in den Sozialen Medien einige kritische Kommentare und Anfragen dazu.

Obwohl das gar nicht die Zielrichtung des Beitrages war, entwickelte sich daraus eine Diskussion zu grundsätzlichen biblischen Themen, die in der Kirchengeschichte schon häufig im Zentrum heftiger Auseinandersetzungen standen.

Es ging einerseits darum, in welchem Verhältnis ein Christ zur Sünde steht und welche Rolle Schuld und Sünde in seinem Leben (noch) spielen.

Andererseits kam dann auf einmal auch noch die Frage auf, ob ein Christ sein Heil (wieder) verlieren kann.

Die Beiträge in der Diskussion wurden relativ schnell „hitziger“, sodass ich sie irgendwann nicht mehr weiterverfolgt habe.

An einer Stelle habe ich gedacht: „Wie gut, dass wir nicht aufgrund unseres Bibelwissens in den Himmel kommen, sondern weil Gott uns neues Leben geschenkt hat.“ Das hat mir geholfen, die Kommentare und Kritik einfach stehen zu lassen. Warum sollte ich meine Meinung und mich auch weiter verteidigen? Ich hatte das Gefühl, dass das Wesentliche ausgetauscht war. Das letzte Wort musste ich nicht unbedingt haben …

In ein neues Land

Das Gute an dieser Diskussion war, rückblickend betrachtet, dass sie mich zu einer wesentlichen Frage zurückgeführt hat: Worauf kommt es wirklich an?

Und dann war ich sehr schnell bei diesem Bibelvers. Er lautet:

Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes …“ (Kolosser 1, 13)

In dieser Bibelstelle gibt es einen Haufen wichtiger Aspekte für unser Leben. Ein paar davon möchte ich dir gerne ans Herz legen.

Gott

Das Wort „Er“ in diesem Vers bezieht sich auf Gott. Gott ist das Subjekt in diesem Satz. Derjenige, der aktiv ist und handelt. Er ist der, auf den es ankommt. Das zieht sich durch die gesamte Bibel. Von vorne bis hinten.

Wir sind häufig so ich- und selbstbezogen. Wir meinen, es geht nur um uns, wir könnten alles selbst in die Hand nehmen und alles muss sich nach uns richten. Das ist aber nicht so. Das macht Gottes Wort klar.

Es dreht sich hingegen alles um Gott. Er steht im Mittelpunkt. Er hat Himmel und Erde geschaffen. Und alles, was auf ihr lebt. Gott bestimmt die Geschicke dieser Welt. Er ist der Herr über die Völker und die Geschichte. Gott setzt Könige und Präsidenten ein und beruft sie wieder ab. Er schenkt das Leben und nimmt es. Wir sind in seiner Hand. Das tröstet mich. Weil ich weiß, dass er es gut mit mir meint.

Die Kolosser

Der Apostel Paulus schreibt diesen Brief an die Gemeinde in Kolossä in Kleinasien. Der Ort liegt etwa auf halben Wege zwischen Izmir und Antalya im Westen der heutigen Türkei.

Die Adressaten seines Briefes sind die Gläubigen, die Christen in dieser Stadt. Epaphras, der mit Paulus zusammenarbeitet, hat die Gemeinde in Kolossä aufgebaut und Paulus von ihr berichtet.1

Darüber freut sich Paulus sehr und ist begeistert davon, was Gott dort geschaffen hat. Er betet täglich für die Christen in Kolossä.

Der Vers 13, den wir hier betrachten, ist Teil der Ermutigungen und Ermahnungen an sie. Ich spüre, wie Paulus innerlich bewegt ist und mit welchem Tiefgang er Gott und sein Wirken an und für uns betrachtet.

Errettet

Worin bestehen die großen Taten Gottes, die Paulus so bewundert? Wenn du ein Christ bist, ist der erste wesentliche Punkt, dass Gott dich errettet hat. Dies ist etwas, was bereits geschehen ist. Bei deiner Bekehrung und Wiedergeburt. Dies ist in sich abgeschlossen. Wir brauchen uns darum nicht mehr zu sorgen. „Er hat uns errettet … .“ Das ist schon erledigt!

Macht der Finsternis

Wozu brauchen wir Rettung? Das benötigen wir doch nur, wenn wir in einer Notlage sind, oder? Worin besteht diese Not? Und wovon müssen wir gerettet werden?

Der Apostel Paulus bezeichnet die große Gefahr, in der wir gewesen sind, bevor wir zum Glauben kamen, als die Macht der Finsternis. Alle Menschen, die ohne Gott leben, sind ihr ausgesetzt. Ausnahmslos.

Die Bibel beschreibt an verschiedenen Stellen ein Königreich, eine Herrschaft, ein Herrschaftsgebiet und eine Macht, die Gott völlig entgegensteht.2 Es ist der Einflussbereich und das Reich des Bösen.

Dieses Königreich ist gekennzeichnet durch Dunkelheit und Finsternis. Der Machthaber in diesem Herrschaftsgebiet ist Satan, der Teufel. Er ist der Feind Gottes und sein Ziel ist die Zerstörung von allem, was gut ist.

Gefangene

Menschen, die ohne Gott leben, sind Bürger und Untergebene in diesem Reich der Finsternis. Der Böse beherrscht, gebraucht und benutzt sie.

Satan instrumentalisiert seine Knechte und Diener für seine Zwecke. Und wenn sie ihm nicht mehr nützlich sind, schmeißt er sie einfach weg. Oder er opfert sie als „Kanonenfutter“ in seinen Kämpfen und Schlachten.

Die Leute, die zu seinem Machtbereich gehören, haben nur eine Perspektive. Am Ende warten auf sie der Tod und die ewige Trennung von Gott.

Unsere Mitmenschen, die Gott nicht kennen, meinen sie wären frei und könnten ein tolles, selbstbestimmtes Leben führen. Aber das ist eine Lüge. Der Teufel hat sie blind gemacht.

In Wahrheit sind sie keine freien Bürger, sondern Gefangene. Satan hat sie als Geisel genommen. Aus eigener Kraft kann sich keiner aus seiner Schlinge befreien. Selbst, wenn die Menschen ihre schlimme Situation erkennen könnten, würden sie das nicht schaffen.

Ja, es ist wirklich ein Reich der Finsternis, weil Satan die Menschen in der Dunkelheit gefangen hält und sie das Licht und die Wahrheit nicht erkennen können.3

Auch wir als Christen waren einmal versklavt unter dieser Macht der Finsternis. Gefangen, ausgenutzt, verblendet und ohne Hoffnung. Aber – Dank sei Gott! – ER hat uns errettet. Gott hat uns befreit und da herausgeholt. Das ist die erste wunderbare Tat Gottes, die dieser Bibelvers anspricht.

Versetzt

Das ist aber längst nicht alles. Es bleibt nicht bei der Errettung und Befreiung von der Macht der Finsternis. Nein! Das Wirken Gottes an uns geht noch weit darüber hinaus.

Gott hat uns buchstäblich genommen und versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes.“

Auch das ist bereits abgeschlossen und geschehen. Das hat Gott schon gemacht. Und so gehören wir als Christen nun zu einem anderen Königreich. Wir sind in ein anderes Herrschaftsgebiet gebracht worden.

Jesus Christus ist der König in diesem Reich. Der Sohn Gottes, der von Gott geliebte, eingeborene Sohn herrscht dort. Er ist der König des Lichtes und in ihm ist keine Dunkelheit.4 Deswegen ist auch sein Reich ein Reich des Lichtes und der Wahrheit.

Wenn du ein Christ bist, dann bist du ein Staatsbürger in diesem Land. Du bist dabei und du gehörst dazu. Es mag sein, dass du dich manchmal als ein ganz armseliger Christ fühlst. Aber du bist trotzdem in diesem neuen Reich und stehst unter der Herrschaft und Obhut von Jesus Christus. Er ist für deine Schuld gestorben; in IHM hast du die Erlösung, d.h. die Vergebung der Sünden.5 Und du bist Teil seines Königreiches und seines Gefolges.

Befreit und Geborgen

Ich hatte eingangs erwähnt, dass ich gerne auf diesen Vers zurückkomme. Insbesondere wenn es gerade nicht einfach ist. Wenn ich mich zum Beispiel angefochten, angegriffen oder schwach fühle. Dann tröstet mich diese Bibelstelle. Und der HERR gibt mir neue Kraft damit.

Warum? Weil ich dann wieder neu etwas begreife. Gott hat mich aus der Macht der Finsternis befreit. Das ist der erste Punkt. Und der ist unendlich wertvoll!

Aber dann hat er noch etwas ganz Wunderbares gemacht. Er hat mich nicht einfach so stehen und alleine gelassen, sondern er hat mich versetzt in dieses neue Reich, in dem Jesus Christus der König, mein König ist.

Verstehst du das? Begreifst du, was das bedeutet? Für mich heißt das, dass ich bereits zuhause angekommen bin. Befreit und geborgen!

Dieses neue Land, in dem ich nun bin, hat Grenzen. Ich empfinde sie nicht als negativ im Sinne einer Einschränkung. Sondern ich nehme sie als Schutz wahr.

Gott hat uns aus der Hand des Bösen befreit, aus dem Land der Finsternis herausgeholt und in das Reich seines geliebten Sohnes gebracht. Hier sind wir nun – bei Jesus. Wer sollte uns von IHM wieder wegreißen können?


Auch inhaltlich passt der Beitrag “Sündig gerecht?” zu diesem Artikel und ist daher zur Vertiefung geeignet.


Falls du Fragen, Anmerkungen oder Kommentare hast, hinterlasse doch dein Feedback unten im Kommentarfeld. Wenn du dich mit mir austauschen möchtest, schick’ mir bitte einfach eine Mail.


Zur Vertiefung und Ermutigung: Römer 8, 23 – 39

1 Kolosser 1, 7 f.
2 vgl. z.B. Epheser 2,2 und 6, 12
3 vgl. 2. Korinther 4, 4
4 vgl. Johannes 1, 4 – 10 und 1. Johannes 1, 5
5 vgl. Kolosser 1, 14

Bibelverse zitiert aus: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart


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Über den Autor:

Torsten Ratschat, gebo­ren 1967, ist leitender Angestell­ter in der Stahl­industrie. Er ist verhei­ratet und hat 3 erwach­sene Kinder.

„Allein die Tatsache, dass Gott durch die Bibel zu uns spricht, sollte uns motivieren neugierig zu werden und uns mit ihr zu beschäftigen.“

„Gott will, dass dein Leben gelingt! Dies zu entdecken wird das Beste sein, was dir je passieren kann!“

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