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„So wird es bleiben, bis Gott seinen Geist über uns ausgießt. Dann wird die Wüste zu einem Obstgarten und der Obstgarten wird zu einem wahren Wald.“
(Jesaja 32, 15)

Der Prophet Jesaja zeichnet in den Versen 9 bis 14 des 32. Kapitels ein düsteres Bild der kommenden Lebensumstände in Jerusalem und im ganzen Land. Die Menschen ahnen noch gar nicht, was ihnen blüht. So heißt es, dass die Frauen und Mädchen noch völlig sorglos und unbekümmert vor sich hin leben, als ob alles einfach immer so weiter gehen würde.

Doch bei Gott ist das Unheil längst eine beschlossene Sache. Zu lange hat das Volk ihn links liegen gelassen, sich innerlich und äußerlich von ihm abgewandt. Sie haben seine Gebote missachtet und sind den Götzen fremder Völker nachgelaufen. Sie haben sich ihre eigenen Götter aus Holz, Stein, Eisen, Gold oder Silber gemacht. Damit haben sie sich ihr Leben so eingerichtet, wie es ihren selbstsüchtigen Wünschen am besten entsprach.

Warum auch nicht? Es ging ihnen gut damit. Sie hatten alles, was sie zum Leben brauchten. Und so machte es zunächst keinen Unterschied, ob sie nun Gott treu waren oder nicht.

Doch damit sollte nun Schluss sein. Noch ein Jahr, warnt Jesaja, und die Situation wird sich komplett ändern. Die Felder und Weinstöcke, die bisher zuverlässig Jahr für Jahr reichen und wunderbaren Ertrag gebracht hatten, würden unbewirtschaftet bleiben und von Dornen und Disteln überwuchert werden.

Warum? Weil die Stadt und ihre Befestigungen, von Feinden erobert, sich in ein Ruinenfeld verwandeln würden. Der König, seine Minister und Obersten, würden nicht mehr da und viele vom Volk entweder tot oder fortgeführt sein. Dort wo bisher das Leben nur so gebrummt hatte, wo lärmende Feste gefeiert wurden, würde es dann still sein, totenstill.

Für den Überrest des Volkes, die Zurückgelassenen, würde es keine Freude und Fröhlichkeit mehr geben. Nur noch Trauern, Zittern, Kummer und Verzweiflung.

In gewisser Weise ist die Ausgangssituation vergleichbar mit den Umständen in unserem Land. Nach den zwei Weltkriegen im letzten Jahrhundert ging es in Deutschland, grob gesagt, eigentlich nur in eine Richtung: aufwärts. Zumindest, was den allgemeinen Lebensstandard anbelangt. Das sogenannte Wirtschaftswunder sorgte bei großen Teilen der Bevölkerung für zunehmenden Wohlstand. Ein eigenes Haus, mehrere Autos, schicke Kleidung, schöne Urlaubsreisen, zahlreiche Freizeitvergnügungen und ein weitgehend sorgenfreies Leben – das war bis vor kurzem noch für viele Familien das Normale.

Der Glaube an Gott hat in dieser Zeit jedoch immer mehr an Bedeutung verloren und wir müssen leider selbstkritisch feststellen, dass unsere Generation eine gottlose Generation ist.

Allenfalls die COVID-19-Pandemie hat uns einen kleinen Vorgeschmack darauf gegeben, dass das unbekümmerte und sorgenfreie Leben nicht endlos garantiert ist. Manche hat das aufgerüttelt. Viele andere aber gehen, nachdem nun Impfstoffe in ausreichender Menge verfügbar sind und die unmittelbare Gefahr gebannt scheint, davon aus, dass wir einfach wieder zur Tagesordnung übergehen können.

Dies könnte sich jedoch als ein Trugschluss erweisen …

Jesaja ruft die Leute in der damaligen Situation zur Buße auf: „Zittert, ihr Sorglosen! Bekümmert euch, ihr Unbekümmerten! Zieht eure Kleider aus, legt den Sack an!“1 Und die Geschichte hat ihm Recht gegeben. Jerusalem wurde von den Babyloniern unter Nebukadnezar erobert und verwüstet. Viele Menschen starben oder wurden verschleppt. Nur ein kleiner Überrest des Volkes wurde zurückgelassen. Nach der Versklavung in Ägypten war das ein weiteres großes Trauma für das Gottesvolk.2

Dies sollte auch für uns eine Warnung und Mahnung sein. Wenn wir Gott verlassen, dann sind wir ohne wirkliche Perspektive und Hoffnung. Doch wenn wir umkehren, wir vor Gott ehrlich werden und Buße tun, dann dürfen wir mit seiner Gnade und Barmherzigkeit rechnen.

Was wir wirklich nötig haben ist, dass „Gott seinen Geist über uns ausgießt“.3 Erst wenn das geschieht, gibt es eine echte Zukunft für uns. Erst dann können wir das Leben leben, das Gott für uns bestimmt hat.

Gott hat uns geschaffen, damit wir in Gemeinschaft mit ihm leben. Er möchte eine lebendige Beziehung zu uns. Deswegen hat er seinen Sohn Jesus Christus in diese Welt geschickt, der durch seinen Tod die Schuld und Sünde von uns genommen hat. Dadurch hat er uns reingewaschen und wir stehen als Gerechte vor Gott da.

Doch damit das auch für dich persönlich gültig und wirksam wird, musst du umkehren, Buße tun und das, was Jesus für dich getan hat, im Glauben ergreifen. Es ist wie mit einem Geschenk, das dir angeboten wird. Du musst es annehmen, auspacken und in Besitz nehmen. „Dann wird die Wüste [deines Lebens] zu einem Obstgarten und der Obstgarten zu einem wahren Wald.“


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Bibelverse zitiert aus:
Gute Nachricht Bibel, revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

1 Jesaja 32, 11
2 vgl. zur Geschichte 2. Könige 25, 2. Chronik 36 und Jeremia 39
3 vgl. Jesaja 32, 15


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Über den Autor:

Torsten Ratschat, gebo­ren 1967, ist leitender Angestell­ter in der Stahl­industrie. Er ist verhei­ratet und hat 3 erwach­sene Kinder.

„Gottes Plan beinhaltet, dass mit unbekannten Leuten an unwichtigen Plätzen zu belanglosen Zeiten etwas ganz Großartiges und Wunderbares geschieht.“

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