Panik

Lesezeit: 4 Minuten

Ungemach voraus!

Da erhob sich ein großer Sturm …“ (nach Matthäus 8, 24 ff.)

Manchmal zieht ein Unwetter plötzlich und völlig unerwartet auf. Dann stecken wir auf einmal mittendrin in einem großen Schlamassel und wissen gar nicht so recht, wie uns geschieht.

Vor etlichen Jahren kam es allerdings sehr schleichend. Zuerst bemerkte ich es gar nicht, ich fühlte mich manchmal einfach nicht so wohl und hatte ab und zu Bauchschmerzen. Das war’s eigentlich schon. Doch nach und nach nahmen die Beschwerden zu und ich bemerkte, dass ich Gewicht verlor. Also ging ich zum Arzt. Untersuchung auf Untersuchung folgte, eine schlüssige Diagnose war jedoch nicht greifbar.

Das Ganze ging über Wochen und Monate. Mir fehlten schließlich bereits mehr als 10 Kilo auf der Waage. Und ich war davor schon ein langes und ziemlich dünnes Hemd.

„… das Boot wurde von den Wellen überrollt.“

Die Arzttermine gingen weiter. Das Warten auf die Ergebnisse zog sich jedes Mal gefühlt endlos hin. Das Kopfkino drehte sich. „Meine Güte,“ dachte ich, „was ist bloß los mit mir?“

Ich fühlte mich immer häufiger schlapp, ausgelaugt und unkonzentriert. Kollegen sprachen mich auf der Arbeit auf den mittlerweile offensichtlichen Gewichtsverlust an. Minus 13 Kilo – Panik stieg in mir auf. Verheiratet, drei kleine Kinder, Schulden auf dem Haus, Alleinverdiener. Nicht lustig …

Aber Jesus schlief.“

„Sollte es das schon gewesen sein?“, fragte ich mich. Ich war schließlich noch keine 40. Ich kämpfte mit meinem Glauben. Wo war in all dem Gott?

Äußerlich versuchte ich die Fassade aufrecht zu erhalten, den Alltag mit Arbeit und Familie irgendwie zu schaffen. Innerlich hatte ich aber oft einfach nur Angst. Besonders wenn ich an die Zukunft, an das Morgen und an das, was mich noch erwarten würde, dachte.

„Kannst du nicht mal schnell eingreifen, Jesus? Ich will mein altes Leben zurück!“, schrie alles in mir. Oder ich bettelte einfach nur noch, immer und immer wieder. Doch keine Besserung und keine Antwort …

Rette mich Herr, ich gehe unter!“

Minus 15 Kilo. Ich aß wie ein Scheunendrescher, aber nichts blieb hängen. Meine Klamotten waren schon lange viel zu weit für mich. Die Gürtelschnalle hing im letzten Loch, nichts saß mehr richtig. Ich fühlte mich genau so wie ich aussah: schrecklich! In stillen und unbeobachteten Momenten wurden meine Augen feucht, einzelne Tränen kullerten. Was sollte ich nur machen?

Warum hast du solche Angst?“

Eines Morgens, ich war wieder mal mit dem Auto zu einem Arzttermin unterwegs, hatte ich einen besonderen Augenblick. Plötzlich brach die Sonne hinter den Wolken hervor. Ihr Schein traf mich mit voller Wucht und machte alles hell. Der Himmel war unglaublich schön. Mein ganzer Körper wurde durchströmt von einer wohligen Wärme und der Gewissheit, dass dieser Moment mir, mir ganz persönlich galt. Ich fühlte mich geborgen.

Du hast zu wenig Vertrauen!“

Im Nachhinein betrachtet war dieser Augenblick für mich der Wendepunkt. Mir war klar geworden, dass ich Jesus nicht egal war. Ohne es genau erklären zu können, wusste ich plötzlich, dass er die ganze Zeit bei mir gewesen war. Ich fasste wieder neuen Mut. Wie ein Ertrinkender hatte ich nach diesem Rettungsring gegriffen, den Jesus mir zugeworfen hatte. Und nun hielt ich mich daran ganz, ganz fest …

Dann stand er auf und sprach ein Machtwort zu dem Wind und den Wellen. Da wurde es ganz still.“

Die Ungewissheit blieb. Es gab keine eindeutige Diagnose, keine passenden Medikamente, keine Therapie. Dennoch erholte ich mich. Ganz langsam. Allmählich verbesserte sich mein Gesundheitszustand. Ich wurde wieder kräftiger und nahm zu. Genauso wie es gekommen war, über Monate, verschwand diese Sache wieder.

War es eine geheimnisvolle Entzündung, eine Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit, die gestresste Seele? Vielleicht alles zusammen? Ehrlich, ich weiß es bis heute nicht.

Eines aber hat mich diese schwierige Zeit gelehrt: Jesus sieht mich, auf ihn kann ich mich verlassen!

Kleinglaube

„Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt.“ (Matthäus 10, 30)

Wenn es eng wird, ich mich fürchte und anfange in Panik zu geraten, will ich genau daran denken. Dann halte ich das fest. Das soll der „work out“ meines Glaubens sein. Ja, ich habe – wie die Jünger damals auf dem stürmischen See – oft einen kleinen Glauben. Aber das „l“ macht den entscheidenden Unterschied. Nicht „keinen Glauben“ sondern nur „einen kleinen Glauben“. Aber immerhin doch „Glauben“!

Wenn dich die Angst packt, gilt es diesen Glauben anzufachen. Jesus scheint zwar zu schlafen, aber er ist nicht weit weg. Er ist ganz nah bei dir, mit dir zusammen in diesem unerträglich schwankenden, nassen Boot. Meinst du, Jesus und du, ihr würdet jetzt untergehen? Vertraue nur! Er kennt dich und weiß um deine Situation, um deine Sorgen, deine Furcht, deine Panik, dein Leid und deinen Schmerz. Er fühlt und leidet mit.

Aber Jesus hat auch alles im Griff. Stell dir mal vor: Selbst Wind und Wellen müssen ihm gehorchen! Und der größte Sturm muss auf ein Wort von ihm hin augenblicklich ganz still werden.

Und wenn du doch ganz verzagt bist und dir nur noch dieser kleine Funken Glauben bleibt? Dann scheue dich nicht Jesus zu wecken und einfach zu rufen: „Rette mich Herr, ich gehe unter!“ Meinst du wirklich, er würde dich dann nicht hören oder sich gar von dir abwenden?


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Bibelverse zitiert aus:
Hoffnung für alle TM
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Über den Autor:

Torsten Ratschat, gebo­ren 1967, ist leitender Angestell­ter in der Stahl­industrie. Er ist verhei­ratet und hat 3 erwach­sene Kinder.

„Gottes Plan beinhaltet, dass mit unbekannten Leuten an unwichtigen Plätzen zu belanglosen Zeiten etwas ganz Großartiges und Wunderbares geschieht.“

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