Wer ist Jesus Christus? (5) – Glauben

Lesezeit: 4 Minuten

Mit diesem Artikel setzen wir unsere kleine Serie über Jesus Christus fort. Es geht dabei um Verlässlichkeit, Glauben, Vertrauen, Gehorsam und das ewige Leben.

„Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“ (Hebräer 13, 8)

Alles im Wandel

Die Welt dreht sich. Sie verän­dert sich. Vieles ist im Fluss. Manchmal beinahe alles. Das Leben wan­delt sich. Manche Dinge scheinen lange Zeit so zu bleiben, wie sie schon immer waren. Und plötz­lich sind sie doch ganz an­ders geworden. Das gilt auch für uns selbst. Es gibt Zeiten voller Zuversicht und Standfestigkeit. Und dann läuft uns plötzlich unser Le­ben aus dem Ruder.

Wenn sich alles verändert – auf was können wir uns dann noch verlassen? Auf was sollen wir unser Leben auf­bauen? Viele Menschen stützen sich nur auf sich selbst. Sie meinen, nur sie allein sind zuverläs­sig und ein vertrau­enswürdiger Maßstab. Aber sie täuschen sich.

Wenn der Mensch sich auf sich selbst verlässt, ist er verloren. War­um? Weil der Mensch sich eben auch verändert. Er ändert zum Beispiel nicht selten seine Mei­nungen und seine Ein­stellungen. Der Mensch ist häufig wankel­mütig und in sich widersprüchlich. Auf ihn ist nicht zu je­der Zeit und in jeder Situation Verlass.

Wir sind wie die Wellen im Meer. Bei Windstille und leichter Brise ist alles so ruhig und friedlich. Doch wenn dann richtig Wind aufkommt, werden wir hin und her gewor­fen. Manchmal kraft­voll aufbrausend und sogar schäumend! Häu­fig richtungs- und ziellos! Erst nach links und dann wieder nach rechts!

Und bedenke: Wir sind vergäng­lich! Zunächst sind wir noch jung. Die Kräfte und Fähigkeiten entwickeln sich und wir sind in Topform. Doch schon bald beginnt das Altern und der Niedergang.

Der Fels in der Brandung

Jesus Christus jedoch ist und bleibt immer dersel­be. Von Anfang an, heute und in Ewigkeit. Warum? Weil er Gott ist. Er ist unwandelbar. Auf ihn ist Ver­lass. Ihm können wir vertrauen. Auf ihn unser Leben bauen.

Wenn Menschen dies tun, dann bedeutet das „Glauben“. Glauben ist also mehr als ein distanziertes „Für-wahr-Halten“. Glauben heißt mehr als das bloße Zu­stimmen, dass Gott exis­tiert. So wie es die Bibel meint, beinhaltet Glauben, sich mit seiner ganzen Existenz, mit sei­ner ganzen Persönlichkeit auf Gott zu werfen. Es bedeutet, sich ihm vollumfänglich anzuvertrau­en. Ich nehme Jesus Christus als meinen Herrn und Retter an und verlasse mich völlig auf ihn. Das ist Glauben. Und ein solcher Glau­ben ist notwendige Voraussetzung für das ewige Leben.1

Ein Zeuge

In Johannes 3, 22 – 36, lesen wir von einer interessan­ten Unterhaltung zwischen Johannes dem Täu­fer und sei­nen Jüngern. Schau dir das doch einmal in der Bibel an.

Je­sus verbringt einige Zeit mit seinen Jüngern in Judäa. Men­schen, die zu ihm kommen, werden getauft. Johannes der Täufer setzt seinen Dienst fort und tauft ebenfalls. Er hält sich in Änon, nahe bei Salim, auf. Nach heutiger Erkennt­nis liegt dieser Ort nördlich der Stadt Sichem am Fluss Jor­dan. Hier gibt es viel Wasser, um die Taufen durchzufüh­ren. Es ergibt sich eine Diskussion. Die Jünger des Johan­nes können die Situation nicht richtig ein­ordnen. „Warum ge­hen so viele Menschen zu Jesus und lassen sich von ihm taufen?“, fragen sie. Und ihr Lehrer, Johannes, setzt hier seinen Dienst mit ih­nen unbeirrt weiter fort. Was hat das alles zu bedeuten?

Johannes Äuße­rungen hierzu sind wich­tig. Er macht noch einmal die Stellung Jesu sehr deutlich: „Jesus ist der Sohn Gottes!“ Und er, Johannes, ist nur der, der Jesus vor­angeht und auf Jesus hinweist. So ordnet Jo­hannes seinen Dienst dem Wirken von Jesus unter. Dann sagt er etwas über Je­sus, was einem den Atem sto­cken lässt:

Der Vater hat den Sohn lieb und hat ihm alles in sei­ne Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht ge­horsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.“2

Worauf es ankommt

Jesus Christus hat unbegrenzte Vollmacht von Gott er­halten. Der Glaube an Jesus Christus ist ent­scheidend. Glaubst du an ihn, hast du das ewige Le­ben. Wenn nicht, bist du dem Zorn Gottes ausge­setzt. Glauben wird hier mit dem Wort „gehorsam“ in Verbindung gebracht. Wenn du an Jesus glaubst, ihm vertraust, dann muss dies auch Ge­horsam zur Folge haben. Ansonsten ist der Glaube nicht echt, zumindest aber zweifelhaft. Hier zeigt sich der bibli­schen Dreiklang: Glauben–Vertrauen–Gehor­chen. Dies ge­hört untrennbar zusammen. Das ist eine biblische Wahr­heit, die sich in diesem Text be­sonders zeigt.

Bitte nicht stehenbleiben

Es gibt aber auch noch einen weiteren sehr wich­tigen Punkt. Ist er dir aufgefallen? Im letzten Neben­satz heißt es: „… sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.“ Hier steht nicht „kommt über ihn“ son­dern „bleibt über ihm“.

Der Mensch hat in Bezug auf Gott keine neutrale Stellung inne. Er kann sich nicht aus einer unbestimmten oder noch nicht festgeleg­ten Position heraus in Ruhe überle­gen, wie er zu Je­sus, wie er zu Gott steht. Nein! Er steht von Beginn an auf der falschen Seite. Der Mensch ist vom Start an auf verlorenem Posten. Er befindet sich nicht auf Gottes Seite, nicht unter Gottes Liebe. Nein, er steht unter dem Zorn Gottes.

Wir sind also von Beginn unseres Lebens an nicht auf neutralem Boden, sondern leben unter dem Zorn Gottes. Und wenn wir nicht an Jesus und damit an Gott glauben, dann bleiben wir unter seinem Zorn. Du kannst ihm nicht entfliehen. Du bist und bleibst dann un­ter Got­tes Zorn. Und du stehst und verweilst dann auf verlore­nem Posten.

Ohne Glauben an Jesus Christus – das ist die Aus­sage des lebendigen Gottes in der Heiligen Schrift – kann es für uns keine Rettung, kein ewiges Leben geben.


Zur Vertiefung

  1. Wieso kann die Tatsache, dass wir uns mit der Zeit verändern, ein Problem sein? Wie stehst du zu dem Satz „Der Mensch ist wider­sprüchlich und wankelmütig.“?
  2. Warum und inwiefern ist Jesus Christus unwandel­bar?
  3. Was bedeutet „Glauben“ nach der Bibel? Wieso gehören die Begriffe „Glauben“, „Ver­trauen“ und „Gehorchen“ nach der Bibel zu­sammen? Kennst du eine biblische Begeben­heit, die dies gut illustriert?
  4. Eine persönliche Frage: Glaubst du an Gott? Wenn ja, wie würdest du deinen Glauben beschreiben? Deckt sich das mit dem, was wir gerade genauer betrachtet haben?
  5. Was ist darunter zu verstehen, dass der Mensch unter dem Zorn Gottes bleibt, wenn er Jesus Chris­tus nicht gehorsam ist (vgl. Jo­hannes 3, 36)? Was löst das für Gedanken und Gefühle bei dir aus?

1 vgl. Johannes 3, 16
2 Johannes 3, 35 f.

Bibelverse zitiert aus: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

[Auszug aus dem Buch “Gefunden! Glauben. Leben. Hoffnung.” siehe auch bibelesewelt.de/buecher/ ]


Die weiteren Artikel zu dieser kleinen Serie findest du hier:
Wer ist Jesus Christus? (1)
Wer ist Jesus Christus? (2)
Wer ist Jesus Christus? (3)
Wer ist Jesus Christus? (4)

Außerdem gibt es auf bibellesewelt.de eine Reihe weiterer wertvoller Artikel über Jesus Christus, die ich dir gerne empfehlen möchte, wenn du dich gerne weiter mit ihm beschäftigen möchtest. Gib doch einfach einmal “Jesus” oder “Jesus Christus” in die Suchfunktion ein!


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Über den Autor:

Torsten Ratschat, gebo­ren 1967, ist leitender Angestell­ter in der Stahl­industrie. Er ist verhei­ratet und hat 3 erwach­sene Kinder.

„Allein die Tatsache, dass Gott durch die Bibel zu uns spricht, sollte uns motivieren neugierig zu werden und uns mit ihr zu beschäftigen.“

„Gott will, dass dein Leben gelingt! Dies zu entdecken wird das Beste sein, was dir je passieren kann!“

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