Keine Chance?

Lesezeit: 4 Minuten

Aussichtslos

Denkst du, es gibt sowas wie den „Point of no Return”? Also die Stelle im Leben, ab der eine Umkehr oder eine Richtungsänderung nicht mehr möglich ist. Wo es nur noch einen Weg gibt: abwärts!

Bild von Raheel Shakeel auf Pixabay
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Vielleicht bist du an einem solchen Punkt. Oder präziser, du hast ihn schon längst hinter dich gelassen. Und du fragst dich: Gibt es noch eine Chance für mich?

Aus Überzeugung

Um es gleich vorweg zu nehmen. Meine Antwort auf diese Frage ist: „Ja!“.
Ja, es gibt sie, diese eine, diese letzte oder vielleicht auch allerletzte Möglichkeit. Davon bin ich überzeugt. Daran glaube ich. Und deswegen schreibe ich diesen Artikel.

Der Zeuge

„Wie kommst du darauf?“, fragst du jetzt vielleicht. Die Antwort ist keine Theorie, sondern ein Erlebnis, eine Erfahrung. Allerdings, das muss ich zugeben, nicht meine eigene.

Doch auch, wenn es ist nicht meine persönliche Geschichte ist – ich habe einen Zeugen dafür. Und dieser Zeuge ist für mich absolut verlässlich. Warum? Weil die Bibel uns diese Geschichte überliefert und ich Gottes Wort für hundertprozentig vertrauenswürdig halte.

Der Unbekannte

Was ich über diesen Zeugen weiß? Ganz ehrlich – kaum etwas! Wie? Ja, die Bibel gibt nicht viele Details über ihn und sein Leben preis. Im Grunde wissen wir beinahe gar nichts über ihn. Nur, dass er sein Leben voll an die Wand gefahren hat.

Den „Point of no Return“, das ist gewiss, hat er auf jeden Fall längst hinter sich gelassen. Warum? Das ergibt sich einfach aus der Situation, in der er steckt, wenn die Bibel ihn uns vorstellt.

Tausend und eine Fehlentscheidung

Natürlich, es gibt unendlich viele verschiedene Möglichkeiten, wie du in eine völlig aussichtslose Situation geraten kannst. Häufig ist es auch einfach nur Pech und plötzlich sitzt man ganz unschuldig in der Patsche.

In dem vorliegenden Fall gehe ich allerdings nicht davon aus. Wie viele und welche Abzweigungen schließlich in diese Sackgasse geführt haben mögen, können wir nicht wissen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es im Leben dieses Mannes, von dem ich hier rede, eine ganze Reihe eigener, falscher Weichenstellungen gegeben haben muss.

Abgehoben

Als die Bibel über ihn berichtet, ist er jedenfalls am absoluten Tiefpunkt seines Lebens angekommen. Buchstäblich befindet er sich allerdings in einer herausgehobenen, erhöhten Lage: Er ist der dritte Mann am Kreuz!

Heute morgen habe ich von ihm gelesen. Als es um Jesu Kreuzigung geht. Zunächst ist er nur eine Randfigur. Neben Jesus werden noch zwei weitere Männer gekreuzigt. Zwei Verbrecher. Doch dann wird er, der dritte Mann am Kreuz, plötzlich zu einer Hauptperson in dieser Geschichte.

Klare Sache

Ich denke, jetzt ist es auch für dich sonnenklar. Da gibt es nichts mehr zu diskutieren. Dieser Mann ist am Ende. Und er hat es verdient. Die Bibel nennt ihn einen Übeltäter. Und er selbst gesteht seine Schuld ein.1

Vielleicht ist es ganz gut, dass wir nicht deutlich mehr von ihm wissen. Das hilft uns, ihn als Beispiel für andere „verkorkste“ Lebensgeschichten heranzuziehen.

Wie auch immer, eines kann man bei diesem Mann sicherlich sagen. Wenn es heißt „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ – bei ihm ist sie bereits mausetot! Der hat keine Chance mehr!

Warte mal!

Nicht so schnell! Schau‘ mal genau hin! Da geht plötzlich doch noch was.

Und er [der dritte Mann am Kreuz; Anmerk. des Autors] sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“2

Natürlich, alle drei Männer sterben an diesem Tag. Jesus und die beiden Übeltäter. Aus biologischer Sicht. Aber für den dritten Mann am Kreuz ist das nicht das Ende der Geschichte.

Trotz seines verpfuschten Lebens wird er noch am selben Tag ins Paradies kommen.

Der Schlüsselmoment

Er hat vermutlich vieles falsch gemacht. Aber in diesem einen Moment, im wichtigsten Augenblick seines Lebens, macht er alles richtig.

Er hängt dort am Kreuz. Festgenagelt, geschunden und halbtot. Dort begegnet er Jesus. Vermutlich zum ersten Mal. Aber das reicht. In diesem Moment, als alle Jesus verspotten und lästern, erkennt er seine Schuld. Ihm wird bewusst, dass er – im Gegensatz zu Jesus – völlig zu Recht am Kreuz hängt. Ihm wird klar, dass er den Tod verdient hat. Dass seine Strafe völlig gerecht ist. Als verurteilter Verbrecher hat er nichts mehr als den Tod zu erwarten

Und dann tut er es. Er stellt sich vor Jesus. Alle anderen sind gegen ihn. Aber der dritte Mann am Kreuz hält Jesus für unschuldig und tritt für ihn ein.3 Unglaublich! Was für ein Bekenntnis.

Alles hoffnungslos?

Hättest du damit gerechnet? Ich nicht. Aus menschlicher Sicht ist da doch wirklich alles gelaufen. Ein zum Tode Verurteilter hängt nach einem ruinierten Leben halbtot am Kreuz. Nur noch eine kurze Zeit, vielleicht noch ein paar Stunden, dann wird es endgültig vorbei sein. Ein absolut hoffnungsloser Fall. Was sollte da nicht klar sein?

Mit Christus rechnen

Für Jesus jedoch ist alles möglich. Eine Begegnung mit ihm kann alles verändern, alles neu machen. Dem Leben eine andere Richtung und ein neues Ziel geben. Bei ihm können wir eine Heimat, ein echtes Zuhause finden.

Das ist der Grund, warum ich sage: „Ja, es gibt sie. Diese Chance für dich.“

Klar, ich kenne dich, deine Situation und deine Geschichte nicht. Aber die Geschichte dieses dritten Mann am Kreuz beweist es mir: Jesus Christus ist die Chance unseres Lebens. Und radikal gesagt – es ist unsere einzige Chance. Ergreife sie! Du wirst es nicht bereuen.


Falls du Fragen, Anmerkungen oder Kommentare hast, hinterlasse doch dein Feedback unten im Kommentarfeld. Wenn du dich mit mir austauschen möchtest, schick’ mir bitte einfach eine Mail.


Zur Vertiefung und Ermutigung: Römer 4, 6 – 11

1 vgl. Lukas 23, 32 + 41
2 Lukas 23, 42 f.
3 vgl. Lukas 23, 41

Bibelverse zitiert aus: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart


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Über den Autor:

Torsten Ratschat, gebo­ren 1967, ist leitender Angestell­ter in der Stahl­industrie. Er ist verhei­ratet und hat 3 erwach­sene Kinder.

„Allein die Tatsache, dass Gott durch die Bibel zu uns spricht, sollte uns motivieren neugierig zu werden und uns mit ihr zu beschäftigen.“

„Gott will, dass dein Leben gelingt! Dies zu entdecken wird das Beste sein, was dir je passieren kann!“

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Eine Antwort

  1. Günter Romer sagt:

    Natürlich gibt es einen Punkt der Umkehr. Das ist ein Geschenk für das wir nur wenig tun können. Möglicherweise gar nichts!

    Da passiert etwas Unerklärliches, etwas Geheimnisvolles, das nicht allein in unseren Händen liegt. Wir werden von etwas berührt, das zur Wandlung und Umkehr befähigt.

    Mit dem Glauben an Gottes Sohn, Jesus Christus, ist das nichts anderes. Wir können noch so viel glauben wollen oder von anderen Menschen vermittelt bekommen. Das allein reicht nicht. Wir brauchen glaubwürdige Beispiele wie Dysmas dem rechten oder guten Schächer am Kreuz. Solche Beispiele gibt es auch in unserer Zeit. Wir brauchen mehr davon.

    Wir brauchen Erfahrungen, lebendige Beispiele, nicht nur Worte, die uns das Leben als Aufgabe mitgibt oder in den Weg stellt. Woran wir geistig und geistlich wachsen können.

    Wohl dem, der über seine eigenen Möglichkeiten hinaus sich offen hält für das Unerwartete, Geheimnisvolle, das unser Leben erst bereichert und uns glauben lässt.

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