NeuGeboren.

Lesezeit: 5 Minuten

Was ist die Wiedergeburt?

Neu- oder wiedergeboren – was ist darunter zu verstehen? Was ist damit gemeint und wie geht das? Dieser Beitrag bietet einen kurzen und kompakten biblischen Impuls zu diesem Thema an. Zum Eintauchen, Nachforschen und Weiterdenken.

Bild von Brita Seifert auf Pixabay

„Ihr müsst von Neuem geboren werden.“
(Johannes 3, 7b)

Worauf es ankommt

In diesem Artikel geht es um die Neu- oder Wiedergeburt, das heißt darum, wie ein Mensch neues geistliches Leben bekommt. Der Beitrag befasst sich also damit, wie wir geistlich wieder leben­dig werden können oder anders ausgedrückt, auf welche Weise aus einem Leben ohne Gott wieder ein Leben in Gemeinschaft mit ihm wird.

Ein besonderes Treffen

Eines Nachts kommt ein Pharisäer, ein Mitglied des obersten Rates zu Jesus. Sein Name ist Nikode­mus. Die Pharisäer sind zu der damaligen Zeit bei den Juden eine politisch-religiöse Bewegung oder Par­tei. Sie haben einen gro­ßen Einfluss in der jüdischen Gesellschaft und in Bezug auf die religiösen Angele­genheiten der Juden. Die Pharisä­er sind – neben den Sadduzäern, einer weiteren einfluss­reichen jüdi­schen Bewegung – mit einer großen Anzahl an Rats­herren im obersten Rat vertreten.

Exkurs: Sanhedrin

Was ist der oberste Rat? Trotz römischer Herrschaft ha­ben die Juden zur Zeit Jesu noch eine relativ große Freiheit gemäß ihrer Kultur, ihrer Traditionen und Gebräuche sowie ihrer Religion zu le­ben.1 Die Römer lassen ihnen das Recht, ihre Angelegenhei­ten weitgehend selbst zu regeln. Dies geschieht vor allem durch den Sanhe­drin2 in Jerusa­lem, den obersten Rat der Juden, dem 71 Mitglieder angeh­ören. Den Vorsitz des obersten Rates hat der Hohe Priester. Der Sanhedrin ist ein politisch-religiöses Gremi­um. Er besteht aus Ältesten, Priestern und Schriftgelehr­ten, die teilweise zu der Partei der Pharisäer oder zu den Sadduzäern gehören. Der Sanhedrin oder oberste Rat tagt regelmäßig im Tempelbezirk und befasst sich mit Themen und Rechts­fällen von höchster Wichtigkeit.

In jeder größe­ren Stadt Ju­däas gibt es zu dieser Zeit außerdem noch ei­nen Sanhe­drin, der aus 23 Mitgliedern besteht, und sich u.a. mit Fra­gen, Streitigkeiten und Rechtsfällen von regio­naler und ge­ringerer Bedeutung befasst.

Eine überraschende Antwort

Nikodemus denkt, dass Jesus ein besonderer, von Gott bevollmächtigter Rabbi ist. Ein Rabbi ist ein jü­discher Ge­lehrter bzw. ein Lehrer des jüdischen Glaubens. Nikode­mus hat gehört oder vielleicht so­gar gesehen, dass Jesus un­glaubliche Wunder voll­bracht hat. Als er also in der Nacht zu Jesus kommt, spricht er ihn voller Bewunderung an. Je­sus erwidert ihm: „Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.3 Ausge­hend von dieser Aussage Jesu entfaltet sich ein in­teressantes Gespräch zwischen Nikodemus und Je­sus. Die Inhalte dieser Unterhaltung sind auch für uns heute von höchster Relevanz. Daher lade ich dich ein, nun zunächst Johannes 3, 1 – 21, in der Bi­bel zu lesen.

Der Heilige Geist in Aktion

Jesus erläutert Nikodemus ausführlich die Wieder- oder Neugeburt. Das kommt bei Nikodemus zunächst gar nicht richtig an. Er denkt, dass es dabei um eine leibli­che oder biologische Wiedergeburt geht. “Wie soll das denn funktionieren?”, fragt Nikodemus Jesus. “Wie kann denn ein Mensch zum zweiten Mal in den Körper seiner Mutter hin­einkommen und dann er­neut geboren werden?” Jesus geht es jedoch nicht um eine zweite, leibliche Geburt, sondern um die geistliche Neugeburt. Also erklärt er Nikodemus nun genauer, wie ein Mensch geistliches Leben bekommen kann.

Die geistliche Neugeburt ist Sache des Heiligen Geistes Gottes. Er bewirkt die Neugeburt. Dabei ist er souverän – so wie der Wind weht, wo er will.4 Der Mensch wird neu ge­boren. Der Heilige Geist ist ak­tiv und der Mensch ist dabei passiv. Der Mensch kann seine Neugeburt also nicht selbst bewir­ken. Das kann nur Gott, der Heilige Geist.

Wenn das ge­schieht, wird sich das neue, geistliche Le­ben in dem Men­schen entfalten. Es mag sein, dass es eine gewisse Zeit dauert. Aber die Neugeburt einer Person wird sich bemerk­bar machen. Andere Leute werden wahr­nehmen, dass sich etwas grundlegend verän­dert hat. Doch das „Warum“ und das „Wie“ werden sich viele nicht erklären können.

Ein Wunder

Die geistliche Neugeburt ist ein Wunder. Ein Wun­der Gottes. Dieses Wunder ist durch nichts zu erset­zen. Es ge­nügt nicht, zu einer christlichen Familie zu gehören. Es reicht nicht aus, Mitglied einer Kirche oder christlichen Ge­meinde zu sein. Auch die christ­liche Taufe ist kein Er­satz dafür. Nein, du musst von Neuem geboren sein. Das ist die Aussage Jesu an dieser Stelle!

Wozu neugeboren? Um das Reich Gottes zu se­hen. Um in das Reich Gottes zu kommen. Ohne die­ses Wunder, ohne diese geistliche Neugeburt geht es nicht. Ohne dies wird der Mensch, ohne dies wirst du das Reich Gottes we­der sehen noch in das Reich Gottes hineinkommen.

Gottes Liebe

„Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er sei­nen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3, 16)

Gott liebt diese Welt, die er geschaffen hat. Er hat im Sinn, den Menschen wieder geistliches Leben zu schenken und ihnen Gemeinschaft mit ihm zu ermöglichen. Der Hei­lige Geist führt dies aus, indem er wie oben beschrieben eine geist­liche Neuge­burt hervorruft.

Ein wesentlicher Punkt ist darüber hinaus, dass Gott ewiges Le­ben für uns im Blick hat. Was bedeutet das?

Eingeschränkte Perspektive

Men­schen von heute fokussieren vor allem auf das Hier und Jetzt. Wir betrach­ten die Lebensspanne zwi­schen Geburt und Tod, also die rein biologische Le­bensspanne.

In der Wahrnehmung un­serer moder­nen Gesellschaft spielt sich für den Menschen alles in diesem begrenzten Zeitraum ab. Die Zeit läuft. Sie läuft ab. Man kann sie nicht zurückdrehen. Alles was uns wichtig ist, muss unbedingt in dieses Zeitin­tervall, in die­ses Leben hinein.

Und so leben Men­schen immer wieder in der Sorge, etwas zu verpas­sen, in der Angst, nicht genug vom Leben zu bekom­men. Das löst Druck aus, das stresst. Und in der Tat: Der Mensch von heute steht oft unter Dampf und ist gehetzt. Er fühlt sich häufig wie in einem Hamsterrad und leider so manches Mal wie „aus­gebrannt“. Der völlige seelische Zusammenbruch eines Menschen bei einem „Burn out“ ist ein Symptom unseres Zeital­ters.

Ewiges Leben

Die gute Nach­richt ist, dass Gott eine viel größere und weitere Perspektive für uns hat. ER will uns ewiges Leben schenken. Das bedeutet ein Leben in liebevoller Ge­meinschaft und Beziehung mit IHM – und zwar über unse­re biologische Begrenzung und Lebensspanne hin­aus. Ein Le­ben mit und bei Gott, das wunderbar ist.

Die Neugeburt ist notwendig, um das Reich Gottes zu sehen und in es hin­einzukommen. Sie ist damit gleichzeitig unabdingbar, um das ewige Le­ben zu erhalten. Deswegen hat Gott seinen Sohn in die Welt ge­sandt. Seine Absicht ist es, Menschen zu retten. Und zwar die Menschen, die an seinen Sohn, an Jesus Christus, glau­ben. Der Glaube ist also ein wichtiges Merkmal.

Weißt du, was das für ein Glaube ist, was darunter zu verstehen ist? Hast Du diesen Glauben schon und lebst danach? Wenn ja, dann gibt dir diese Botschaft Jesu an Nikodemus Halt und Zuversicht.

Wenn du unsicher bist oder deine Antwort negativ ausfällt, dann gilt es, sich Gewissheit und Klarheit über dieses Thema zu verschaffen oder seine Haltung noch einmal zu überdenken. Warum? Weil das “lebenswichtig” ist. Beachte doch bitte, was Jesus in diesem Gespräch mit Nikodemus ebenfalls ganz deutlich macht: Die Men­schen, die nicht an ihn glauben, sind gerichtet und werden (für immer) verlo­ren gehen!5 Daher ist es so wichtig, wie du zu Jesus Christus stehst …


Wenn du dieses Thema vertiefen und mehr über den Glauben und wie du ihn bekommen kannst erfahren möchtest, empfehle ich dir gerne folgende Beiträge:

Mit Gott rechnen. Was “Buße” wirklich bedeutet.
Wie kommen Leute zum Glauben?
Worüber hat Jesus gepredigt?


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Zur Vertiefung

  1. Beschreibe die Neu- oder Wiedergeburt mit eige­nen Worten (vgl. Johannes 3, 1 – 21). Was ist sie? Wie geschieht sie? Was ist die Folge? Welche Auf­gabe hat der Heilige Geist dabei?
  2. Gibt es deiner Meinung nach ein Leben nach dem Tod? Wie stellst du dir das vor?
  3. Was ist das ewige Leben? Welche Rolle spielt Jesus dabei? Inwiefern hat Gott ihn „gegeben“ (Johannes 3, 16)? Was heißt es „verloren zu sein bzw. zu wer­den“? Was bedeu­tet „Glauben“ in diesem Zusamm­enhang?
  4. Geschieht Neu- oder Wiedergeburt auch heu­te noch? Wenn ja, woran könnte man erken­nen, ob jemand wiedergeboren ist?
  5. Wie stehst es mit dir? Bist du von neuem geboren? Wenn ja, was hast du erlebt? Wie hat sich dein Le­ben dadurch verändert?

1 vgl. hierzu und zum Folgenden Ratschat, Torsten (2018): Als Gott das Licht an­machte. Einblick ins Christentum. Auflage 1.01. Ko­blenz. Seite 97.
2 = Rat oder Versammlung
3 vgl. Johannes 3, 3
4 vgl. Johannes 3, 8
5 siehe Johannes 3, 5 + 16 ff.

Bibelverse zitiert aus: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

[Auszug aus dem Buch “Gefunden! Glauben. Leben. Hoffnung.” siehe auch bibelesewelt.de/buecher/ ]


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Über den Autor:

Torsten Ratschat, gebo­ren 1967, ist leitender Angestell­ter in der Stahl­industrie. Er ist verhei­ratet und hat 3 erwach­sene Kinder.

„Allein die Tatsache, dass Gott durch die Bibel zu uns spricht, sollte uns motivieren neugierig zu werden und uns mit ihr zu beschäftigen.“

„Gott will, dass dein Leben gelingt! Dies zu entdecken wird das Beste sein, was dir je passieren kann!“

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Eine Antwort

  1. Luise Brenner sagt:

    Das ist das größte im Leben, wenn das Alte vergangen ist und Jesus Christus der HErr ist.

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