Glauben und Werke

Lesezeit: 3 Minuten

Die Bibel hat eine radikale Botschaft für uns. In den folgenden Versen tritt sie wieder einmal voll ins Rampenlicht – ob es uns gefällt oder nicht.

„ … errettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, (9) nicht aus Werken, da­mit sich nicht jemand rühme.“ (Epheserbrief 2, 8 – 9)

Doppelt “Nein!”

Wie wird unsere Rettung bewirkt? Wie kommt sie zustand­e? Der Apostel Paulus nutzt an dieser Stelle im Brief an die Epheser zwei Vernei­nungen:

  1. “… nicht aus euch …”: Dies hatten wir bereits in dem letzten Artikel “aus Gnade” unserer Reihe “Echt!” behan­delt. Nichts, was an oder in den Ephesern liegt, kann die Rettung bewirken.
  2. “… nicht aus Werken …”: Auch durch gute Taten und ein anständiges Leben ist die Errettung nicht zu erreichen. Wir sind nicht in der Lage dazu, aus uns selbst heraus perfekt zu leben und ein gott­gefälliges Leben zu führen. Alles Bemühen, jede Anstrengung und Arbeit ist am Ende nicht ausreichend. Wir können uns die Ret­tung nicht erarbeiten und verdienen. Wir können uns nicht am eigenen Schopfe aus dem Sumpf und dem Schlamassel unserer Verlorenheit zie­hen. Und wir können uns nicht selbst erlösen. Wir be­nötigen ei­nen Retter: Christus!

Dies macht Paulus an dieser Stelle ganz deutlich. Damit es keinen Zweifel gibt. Und damit wir uns nicht selbst rühmen und loben. Wir können und sollen uns nicht auf die Schulter klopfen, dass wir es völlig eigenstän­dig geschafft haben. Das Lob und die Ehre dafür gebührt alleine Gott. Das ist – in ei­nem ganz allgemeinen Sinne – die Bedeutung der bei­den Verneinungen des Apostels.

“Dann halt einfach nur glauben …”

Im Speziellen beziehen sich diese Aussagen aber auch auf den vorhergehenden Ausdruck „errettet durch Glau­ben“. Manch einer meint, er müsse nur glauben: In rechter Weise, in ausreichender Intensi­tät, für Gott und andere wahrnehmbar sowie mit entsprechenden Auswirkungen.

Wenn wir es so ver­stehen würden, dann wäre es doch wie­der unsere Mühe, unser Wirken und unser Verdienst. Die­sem Denken erteilt der Apostel Paulus jedoch eine ganz klare Absage! „Der Glaube ist nicht aus euch und kommt nicht aus euch. Er ist nicht euer Werk. Der Glauben ist aus Gott. Der Glauben kommt von Gott. Er ist Gottes Werk in euch. Er wurde euch ge­schenkt!“ So hören wir den Apostel aus diesen Zei­len rufen.

Und nun?

Dies hat ganz praktische Konsequenzen. Wenn uns je­mand fragt: „Wie kann ich zum Glauben kom­men? Wie soll und wie kann ich eigentlich glauben?“ Was sollen, was dürfen wir dann antwor­ten?

Nach dem, was wir hier im Epheserbrief lesen, kann die Antwort nur sein: „Der Glau­be ist ein Ge­schenk Gottes. Es liegt zu 100 Prozent an ihm. Su­che Gott, wende dich an ihn und bitte ihn, dass er dir Glauben schenkt.“

Ist das nicht völlig trostlos und ernüch­ternd? Wir können uns wirklich nicht selbst retten! Sogar den Glauben kön­nen wir nicht in uns selbst bewirken bzw. zum Leben erwe­cken! Dazu sind wir nicht in der Lage.

Echt krass!

Das ist eine radikale Botschaft. Sie gefällt uns nicht. Diese Aussage eckt an. Sie stört uns und schreit nach Wi­derspruch. Doch es ist die biblische Botschaft.

Wir brauchen Errettung. Wir müssen von neu­em gebo­ren werden. Ohne die Gnade geht es nicht. Und wir brau­chen Glauben.

Und all das kommt nicht durch uns und durch unser Tun. Nein, es ist alleine Gottes Wir­ken. Zu 100 % sein Verdienst, „damit sich nicht je­mand rühme“.1

Mal ganz ehrlich: Stellt die Bibel nicht manchmal alles auf den Kopf, was wir bisher gedacht haben?


Die anderen Beiträge der Serie “Echt!” findest du hier:

Sünde und Tod
Was mich frisst!
Kinder des Zorns
Lebendig
erleuchtet
aus Gnade
Sein Werk, unsere Aufgabe
Ein perfekter Plan

Wenn du wissen möchtest, was die Wieder- oder Neugeburt ist oder was es mit dem Christsein auf sich hat, dann sieh dir doch mal den folgenden Artikel und die Links dazu an: NeuGeboren


Zur Vertiefung

  1. Können wir unser Heil, unsere Errettung selbst ver­dienen? Welche Rolle spielen unsere guten Eigens­chaften, unsere Abstammung, unsere Kirchenzug­ehörigkeit, unsere gesell­schaftliche Stel­lung und unsere guten Taten für die Errettung (siehe z.B. Jo­hannes 1, 12 f.)?
  2. Was bedeutet „Glauben“? Wie kannst du es schaf­fen, richtig und genug zu glauben, damit du von Gott angenommen wirst?
  3. Inwiefern ist der Glaube und die Errettung ein Ge­schenk bzw. ein Werk Gottes? Was ist an dieser Botschaft anstößig oder „skandalös“?

1 Epheser 2, 9

Bibelverse zitiert aus: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

[Auszug aus dem Buch “Gefunden! Glauben. Leben. Hoffnung.” siehe auch bibelesewelt.de/buecher/ ]


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Über den Autor:

Torsten Ratschat, gebo­ren 1967, ist leitender Angestell­ter in der Stahl­industrie. Er ist verhei­ratet und hat 3 erwach­sene Kinder.

„Allein die Tatsache, dass Gott durch die Bibel zu uns spricht, sollte uns motivieren neugierig zu werden und uns mit ihr zu beschäftigen.“

„Gott will, dass dein Leben gelingt! Dies zu entdecken wird das Beste sein, was dir je passieren kann!“

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Eine Antwort

  1. Günter Romer sagt:

    Genau so ist es! Wir können uns nicht selbst erlösen. Unsere Konditionierung reicht weit zurück. Bis in das dritte und vierte Glied. Zu diesen hat auch die Kirche bis in unsere Zeit hinein mit falschen Zeugnissen beigetragen. Sich daraus zu befreien ist nahezu unmöglich wenn uns nicht die Gnade des Glaubens zuteil wird. Darum können wir nur bitten. Aber … woher wissen wir, dass uns die Gnade des Glaubens an Gott und seine uns führende Kraft zuteil wurde? Ich glaube, die Antwort finden wir nur im eigenen Herzen. Wir können mit noch soviel schönen Worten Niemanden vom Glauben an Gottes Menschwerdung durch Christus überzeugen, wenn den Worten keine Taten folgen. Aber … setzen nicht alle unsere Bemühungen eine hohe Leidensfähigkeit voraus und im besten Fall die Bereitschaft dafür zu sterben? Das waren und sind für mich die „Heiligen“ oder die geheiligten Menschen, die im stillen wortlosen Wirken Zeugnis eines wahrhaft gottesfürchtigen Glaubens sind.
    Wir haben in unserer Kirche zu viele Schaumschläger, die ihrer Verantwortung ausweichen. Wer weiß schon wozu das gut ist. Falsche Mauern werden einbrechen. Der Eckstein bleibt.

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