Lebendig

Lesezeit: 4 Minuten

„Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in sei­ner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, (5) auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig ge­macht – aus Gnade seid ihr ge­rettet –.”
(Epheser 2, 4 + 5)

Verloren

Wie wir in unserem letzten Beitrag “Kinder des Zorns” gesehen haben, zeichnet die Bibel ein bekla­genswertes Bild von dieser Welt und vor allem von uns Menschen. Es ist trostlos und niederschmet­ternd. Wir sind in einer hoffnungslosen Situation. Die Grube, in der wir stecken ist so tief, dass wir uns mit eigener Kraft niemals daraus befreien können. Wir sind verloren …

Aber Gott

Was wir jedoch nicht vermögen, das kann Gott! Das ist das große Argument, dass der Apostel Paulus nun ins Fel­d führt: „Aber Gott …“.

Ein fast perfekter Mann

Das erinnert mich an eine Begebenheit, von der uns Matthäus berichtet.1

Ein junger Mann kommt zu Jesus. Er hat ein wichtiges Anliegen. Er möchte gerne wissen, was er Gutes tun muss, um das ewige Leben zu haben. „Halte die Gebote!“, sagt Jesus zu ihm. Der Mann möchte das ge­nauer verstehen. Und Jesus zählt sie ihm der Reihe nach auf. „Diese Gebote habe ich alle gehalten!“, ruft der Mann. Wir hören fast das innerliche Aufatmen des Jünglings. Aber auch sein Zweifeln. „Was fehlt mir noch?“, fragt er. „Das willst Du wissen?“, entgegnet Jesus. „Wenn Du wirklich perfekt und vollkommen sein willst, um das ewige Leben zu haben, dann verkaufe alles, was Du hast. Und gib das Geld den Armen. Dann komm und folge mir nach!“ Der junge Mann wird plötzlich sehr traurig und geht schließlich weg. Denn, so verrät uns Matthäus, er ist sehr vermögend.

Die Sache mit dem Kamel

Jesus wendet sich an seine Jünger, die dabeistehen: „Es ist schwer für einen Reichen in den Himmel zu kommen. Leich­ter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein reicher Mensch in Gottes Reich kommt.“ Die Jünger sind schockiert und entsetzt. „Wenn es so ist, wer kann dann überhaupt selig werden?“ Jesus blickt ih­nen einer nach dem anderen ins Angesicht und sagt: „Den Menschen ist es nicht möglich. Aber für Gott sind alle Dinge möglich!“

Keiner kann’s

Genau so ist es! Der Mensch kann sich nicht selbst ret­ten. Er kann sich nicht selbst aus seiner miss­lichen Lage befreien. So sehr er sich auch be­müht! Sogar wenn er meint, er hätte alle Gebote und Anweisungen Gottes ge­halten und wäre ein gu­ter Mensch. Seine Gott entfremdete Natur, die er ge­erbt hat, kann er nicht ablegen oder ver­ändern. An mindestens einer Stelle wird er doch schei­tern. Oder nicht genügen. Sogar der beste und gü­tigste Mensch, den wir uns vorstellen können, wird dem prüfen­den Blick Gottes nicht Stand halten kön­nen. Wir können uns also nicht selbst retten.

Nehmen wir einmal an, wir könnten wirklich sa­gen, dass wir uns nichts zu Schulden haben kommen lassen. Wie steht es mit dem Gebot, das Jesus das höchste Gebot nennt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von gan­zem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Ge­müt.“2? Können wir wirklich behaupten, dass wir das ge­tan haben? Und immer tun? „Niemand kann das“, wirst du jetzt sagen. Du hast recht! Das stimmt! Niemand kann das tun! Des­wegen sind wir alle am Ende. Verloren …

… außer Gott

Aber Gott kann! Bei ihm sind alle Dinge möglich! Und das ist die gute Nachricht, der sich der Apostel Paulus nun zuwendet. Es gibt noch Hoffnung! Trotz allem! Hoffnung für Hoffnungslose!

„Wir schaffen das!“ ist eine menschli­che Illusion. Aber „Gott kann!“ ist Realität! Das ist die gute Nachricht Got­tes. Das ist die Hoffnung, die wir haben.

Und es ist die einzige Hoffnung, die wir haben können. Die ein­zige Hoffnung, die letztlich greift und trägt!

ER macht lebendig!

Der Mensch ist tot – geistlich tot. Es ist nicht ein­mal ein Funke geistlichen Lebens in ihm. Er wird in Sünde gebo­ren. Seine Natur ist Gott entfremdet. Er ist Gott feindlich ge­sinnt. Er ist ein Kind des Unge­horsams, ein Kind des Zorns. Der Zorn Gottes liegt auf ihm. Er wird geboren und hat biologisches Le­ben. Aber geistlich ist er tot und verlo­ren. Das, so der Apostel Paulus, galt auch einmal für die Chris­ten in Ephesus. Genauso wie auch für die Christen al­ler Zeiten an allen Orten dieser Welt.

Aber Gott hat eingegriffen. Er hat Tote le­bendig ge­macht. Genauer gesagt: Er hat sie, die geistlich tot wa­ren, geistlich lebendig gemacht. Gott hat dies gewirkt. Er al­lein. Ohne jegliche Vorbedin­gung und jegliches Zutun sei­tens der Betroffenen. Das ist wichtig. Das müssen wir ver­stehen, damit wir Gott und sein Handeln begreifen kön­nen. Damit wir die Bedeutung und das Ergebnis dieser Ak­tivität Gottes richtig erfassen können.

Wir können nicht vorhersagen wann, wie und wo Gott durch den Heiligen Geist an einem Menschen handelt. Das hat mit Gottes Souveräni­tät und seiner All­macht zu tun: „Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeder, der aus dem Geist ge­boren ist.“3

Wir wissen also nicht genau, wann und wie es passiert, wie er es macht. Dies ist ein Wunder. Aber wir haben und sehen das Ergebnis: Ein (geistlich) Toter ist (geistlich) lebendig geworden!


Die anderen Beiträge der Serie “Echt!” findest du hier:

vorherige:
Sünde und Tod
Was mich frisst!
Kinder des Zorns

nachfolgende:
erleuchtet
aus Gnade
Glauben und Werke
Sein Werk, unsere Aufgabe
Ein perfekter Plan

Wenn du wissen möchtest, was die Wieder- oder Neugeburt ist oder was es mit dem Christsein auf sich hat, dann sieh dir doch mal den folgenden Artikel und die Links dazu an: NeuGeboren


Zur Vertiefung

  1. Wieso ist der Mensch verloren und kann sich nicht selbst aus Schuld und Sünde retten? Was ist der ultimative Test dafür? Wie geht es dir persönlich damit?
  2. Warum ist hingegen bei Gott alles möglich? Wel­che Begebenheiten schildert die Bibel, die genau das illustrieren?
  3. Was kennzeichnet ein Wunder? Hast du schon ein­mal ein Wunder erlebt? Wenn ja, was hat dich da­bei am meisten erstaunt oder beein­druckt?

1 vgl. Matthäus 19, 16 – 26
2 Matthäus 22, 37
3 Johannes 3, 8

Bibelverse zitiert aus: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

[Auszug aus dem Buch “Gefunden! Glauben. Leben. Hoffnung.” siehe auch bibelesewelt.de/buecher/ ]


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Über den Autor:

Torsten Ratschat, gebo­ren 1967, ist leitender Angestell­ter in der Stahl­industrie. Er ist verhei­ratet und hat 3 erwach­sene Kinder.

„Allein die Tatsache, dass Gott durch die Bibel zu uns spricht, sollte uns motivieren neugierig zu werden und uns mit ihr zu beschäftigen.“

„Gott will, dass dein Leben gelingt! Dies zu entdecken wird das Beste sein, was dir je passieren kann!“

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