Mach dich bereit! (6) – Gottes Wort

Lesezeit: 5 Minuten

Kämpfe nicht wie ein Amateur!

Was hilft dir die beste Ausrüstung, wenn du nicht weißt, wie du damit umgehen musst? Dein Gegner wird dich auslachen, wenn er bemerkt, dass du weder die Waffe, noch die Gebrauchsanleitung dafür kennst. Wenn du diesen Beitrag gelesen hast, wirst du wissen, worauf es ankommt. Und dass die Zeit, der Fleiß und die Disziplin, die du in diesen Bereich investierst, voll gut angelegt sind!

Bild von azboomer auf Pixabay

„ … und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.“
(Epheser 6, 17)

Eine effektive Waffe

Ein weiteres wichtiges Teil der Waffenrüstung ist das Schwert. Die römischen Soldaten benutzten zur Zeit des Apostel Paulus ein Kurzschwert, dessen eiserne Klinge etwa 55 cm lang und 8 cm breit war. Es wog je nach Aus­führung zwischen 1,2 und 1,6 kg. Das Schwert wurde in eine Schwertscheide verstaut, die bei den Legionären auf der rechten Körperseite an einem Gürtel befestigt war. Es wurde mit der rechten Hand benutzt und konnte bei Be­darf wie ein Revolver aus der Scheide gezo­gen wer­den. Um das Schwert zu ziehen, brauchte man daher kei­ne weit ausholende Bewegung auszuführen, für die man viel Platz benötigte. Dies war insbesondere in der en­gen Schlacht­formation von Vorteil.

Das Kurz­schwert war im dichten Kampfgetümmel eine handli­che, flexibel ein­setzbare, ge­fährliche und damit hoch effektive Nahkampf­waffe. Sie wurde dort vor allem als Stichwaffe eingesetzt. Die Solda­ten zielten mit dem Schwert auf die ungeschütz­ten Kör­perteile des Feindes und konnten ihm damit schwe­re Ver­letzungen zufügen. Gab es mehr Platz, konnte der Legio­när das Schwert aber auch als Hiebwaffe ge­brauchen und dem Gegner mit der schweren und beidseitig scharf ge­schliffenen Klinge große Wunden schlagen.

Das Schwert war vor allem eine Angriffs­waffe. Es wurde jedoch auch eingesetzt, um gegneri­sche Hiebe und Stiche abzuwehren.

Das Wort Gottes

Welche Bedeutung hat dieses Bild aus christlicher Sicht? Was ist das Schwert des Geistes? Der Apostel er­wähnt dies kurz und knapp. Das Schwert des Geis­tes ist das Wort Gottes. Es geht also um die Heilige Schrift, um die Bibel.

Das Wort Gottes halten wir heute in den Hän­den, weil es ein Werk des Heiligen Geistes ist. „Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen her­vorgebracht worden, sondern getrieben vom Heiligen Geist haben Men­schen in Gottes Auftrag geredet.”1 Der Heilige Geist hat also dafür gesorgt, dass Gottes Wort durch Menschen gesprochen und aufgeschrieben wurde.

Darüber hinaus ist es ebenfalls der Heilige Geist, der Men­schen befähigt, Gottes Wort zu verstehen und anzuwen­den. Viele gelehrte Menschen haben die Bi­bel gelesen und intensiv studiert und konnten sie dennoch nicht begreifen. Für sie ist es bei aller Mühe und intellektueller Anstren­gung letztlich lediglich ein interessantes Untersuchungs­objekt oder ein Buch wie jedes andere geblieben.

Die Bibel muss geistlich verstanden werden. Das kann der natürlic­he Mensch nicht. Der Heilige Geist muss uns das Wort Got­tes aufschließen. Er muss uns die Be­deutung, die Ausle­gung und die Anwendung klarma­chen. „Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist er­forscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes.“2 „Der natürli­che Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden.“3

Der Vater der Lüge

Der Teufel kommt oft mit Lügen zu uns. Er stellt bei­spielsweise falsche Behauptungen über Gott und seine Liebe zu uns auf. „Gott ist ein harter und unbarmherziger Gott. Wenn du einen Fehler ge­macht hast, wird er dir nicht verzeihen, sondern wird dich schwer bestrafen!“, „Gott kann dich nicht lie­ben, wenn du so bist, wie du bist!“ oder „Gott ist ein völlig gerechter Gott. Daher wird er dir diese Sünde niemals vergeben!“, sind Aussagen, die er dir ger­ne entgegenschleudert.

Satan ist so gerissen, dass er bei Gelegenheit Wahrheit und Lüge so eng miteinander ver­zahnt oder vermischt, dass es kaum zu bemerken ist. Klei­ne Übertreibungen oder Abwei­chungen genügen manch­mal, um aus Richtigem et­was ganz Falsches zu ma­chen. Ein anderes Mal reißt er eine göttliche Anweisung oder ein Gebot völlig aus dem Zusammenhang.

Unser Vorbild: Jesus

Mache dir in einem solchen Fall klar, dass selbst Jesus, der Sohn Gottes, vom Teufel in dieser Weise angegriffen worden ist. In der Bibel kannst du nach­lesen, wie er Jesus in der Wüste in Versuchung führ­te, indem er Gottes Wort missbraucht hat.4 Schau dir diese Begebenheit bitte ein­mal genau an! Bei dieser Gelegenheit schlug Jesus den Teufel mit dem Schwert des Geistes zurück. Er wendete das Wort Gottes situativ und “Gottes Wort ist lebendig!”zielsicher im Hinblick auf die schein­heiligen Verführungen des Bösen an.

Die fal­schen und oberflächlich frommen Angebote wies Je­sus treffsicher mit den passenden Worten aus der Heiligen Schrift zurück. Genau darum dreht es sich! Bei dem Gürtel der Wahrheit geht es um die Wahr­heit Gottes als Ganzes. Aber bei dem Schwert des Geistes gilt es, das Wort Gottes punktgenau anzu­wenden. Einzelne Wahrheiten, Aussagen, Bibelverse oder -abschnitte sind situativ korrekt und treffend einzu­setzen.

Was wichtig ist

Um das Schwert des Geistes, Gottes Wort, so ein­setzen zu können, sind zwei Dinge wichtig:

Vertrautheit

1. Du musst mit Gottes Wort vertraut sein.
Wie solltest du bei Angriffen des Teufels das Schwert des Geistes er­greifen können, wenn du das Wort Gottes nicht kennst? Die Aufforderung „Nehmt das Schwert Gottes!“ beinhaltet also, dass du das Wort Gottes kennen lernst und studierst. Wie soll ein Kämpfer das Schwert im Kampf gekonnt füh­ren können, wenn er den Umgang damit nicht gelernt hat? Wie soll er es kraftvoll, flexibel, schnell und treffsicher ein­setzen, wenn er dies nicht immer wieder eingeübt hat?

Du brauchst also ein regelmäßiges, am besten tägli­ches „Bi­bel-Training“! Dadurch lernst du mit der Zeit Gott und sein Wort immer besser kennen. Die Fein­heiten und Tiefen der Weisheit Gottes und der christlichen Lehren werden dir im­mer mehr bewusst und vertraut. Dadurch wirst du vorbe­reitet und in die Lage versetzt, die Lügen und Listen des Teufels zu erkennen und aufzudecken!

Gut – allerdings nicht je­dermanns Sache – ist es auch, einzelne wichtige Bi­belverse auswendig zu lernen. Wenn du regelmäßig in der Bibel liest, kannst du dir in deiner Bibel wichti­ge Aussagen farb­lich mit einem passenden Stift markieren. Warum nimmst du dir nicht einfach vor, diese Verse oder eine Auswahl davon in ein Heft zu schreiben und sie dann auswendig zu lernen? Diese Verse werden dir dann, wenn du sie gebrau­chen kannst, viel eher einfallen und zur Verfügung stehen.

Verfügbarkeit

2. Die Wahrheit, das richtige Wort, der passende Vers muss dir im entscheidenden Augenblick verfüg­bar sein.
Du weißt ja nie, wann und aus welcher Richtung der An­griff kommt und welche Wahrheit du für deinen Gegen­schlag benötigst. Gott sei Dank! Der Heilige Geist wohnt in uns und wird uns im rech­ten Moment stärken und ausrüs­ten! Er steht uns bei!

Christen haben millionenfach erfah­ren, dass ihnen im Moment der Not das passende Wort, die hilfrei­che Wahrheit Gottes eingefallen ist. Dies wirkt der Heili­ge Geist. Wenn wir uns nur auf unser eigenes Bibelwis­sen verlassen, werden wir scheitern. Wenn wir aber darüber hinaus auf Gottes Geist und seinen Beistand vertrauen, dann wird uns das Schwert des Geistes zur richtigen Zeit dargereicht. Dann können wir es nehmen und dem Teufel damit die entscheidenden Stiche oder Hiebe versetzen.

Unschätzbar wertvoll

Der Wert des Schwertes des Geistes ist für deinen Kampf gegen den Bösen unvergleichbar hoch. „Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.“5 Gottes Wort ist als Waffe gegen den Teufel höchst effektiv. „Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Ham­mer, der Felsen zerschmeißt?“6 Es entfaltet eine gewalti­ge Wirkung. Der Teufel kann dem nicht widerstehen. Wenn du dieses Schwert einsetzt, muss er sich zurückziehen und wird vor dir flie­hen!7


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Zur Vertiefung

  1. Von welchen Annahmen ist der dritte Knecht in Matthäus 25, 14 – 30, ausgegangen, als er über­legt hat, wie er den Auftrag seines Herrn erfüllen kann? Was sagt das über seine Be­ziehung zu sei­nem Herrn aus? Inwiefern hat dies bei ihm zu fal­schen Schlussfolgerungen und damit zu dem tragi­schen Ausgang dieser Geschichte geführt?
  2. Wie können uns Einflüsterungen des Teufels in Be­zug auf Gott und seine Liebe zu uns in die Irre füh­ren? Hast du so etwas schon ein­mal persönlich er­lebt? Wie hat dich dabei ein falscher Gedanke auf‘s Glatteis geführt? Wie ist das Ganze ausge­gangen? Was hast du daraus gelernt?
  3. Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie fit fühlst du dich, um das „Schwert des Geistes“ einzuset­zen? Wie könntest du dein „Bibel-Training“ beginnen bzw. optimieren?
  4. Wie kannst du Gott bzw. den Heiligen Geist in die Kämpfe, die du zu führen hast, (besser) einbezie­hen?

1 vgl. 2. Petrus 1, 21
2 vgl. 1. Korinther 2, 10
3 vgl. 1. Korinther 2, 14
4 vgl. Matthäus 4, 1 – 11 und Lukas 4, 1 – 12
5 vgl. Hebräer 4, 12
6 vgl. Jeremia 23, 29
7 vgl. auch Jakobus 4, 7

Bibelverse zitiert aus: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

[Auszug aus dem Buch “Gefunden! Glauben. Leben. Hoffnung.” siehe auch bibelesewelt.de/buecher/ ]

Die vorherigen Beiträge der Serie “Mach dich bereit” findest du hier:
(1) Wahrheit
(2) Gerechtigkeit
(3) Frieden
(4) Glauben
(5) Heil

Übrigens: Diese Serie ist eine Fortsetzung unserer Mini-Serie ÜBERLEBT!. Insofern lohnt es sich für dich bestimmt, auch dort bei Gelegenheit einmal reinzuschauen!


Über den Autor:

Torsten Ratschat, gebo­ren 1967, ist leitender Angestell­ter in der Stahl­industrie. Er ist verhei­ratet und hat 3 erwach­sene Kinder.

„Allein die Tatsache, dass Gott durch die Bibel zu uns spricht, sollte uns motivieren neugierig zu werden und uns mit ihr zu beschäftigen.“

„Gott will, dass dein Leben gelingt! Dies zu entdecken wird das Beste sein, was dir je passieren kann!“

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