Kinder des Zorns

Lesezeit: 4 Minuten

Die unbequeme Wahrheit über … MICH!

Dieser Beitrag ist – würde ich sagen – ziemlich heftig und wird mir wahrscheinlich keine “Beliebtheitspunkte” einbringen. Aber die Bibel ist halt echt – sie sagt uns ungeschminkt die Wahrheit. Und deswegen gehören auch solche Artikel unbedingt zu bibellesewelt.de!

“Unter ihnen ha­ben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begier­den unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Vernunft und wa­ren Kinder des Zorns von Natur wie auch die an­dern.”
(Epheser 2, 3)

Als Christ geboren?

Die Menschen, die nicht zu Gott gehören, nennt der Apostel Paulus nicht nur Kinder des Ungehor­sams.0 Er be­zeichnet sie auch als Kinder des Zorns. Bevor sie zum Glau­ben gekommen waren, hatten auch die Christen in Ephesus zu ihnen gehört. Und das gilt auch für die Christen von heute.

Niemand kommt als Christ zur Welt. Auch wenn die Menschen landläufig meinen, dass alle Kinder aus den Nationen des sogenannten christlichen Abendlan­des schon als kleine „Christen­menschen“ gebo­ren werden.

Die Heilige Schrift ist hier sehr deutlich. Es kommt nicht darauf an, dass das richtige Blut in den Adern fließt; die Abstam­mung, das Erbgut ist hierfür nicht ent­scheidend.1

David, der große König von Israel, sagte ein­mal: „Siehe, in Schuld bin ich geboren, und meine Mutter hat mich in Sünde empfangen.“2 Auch wenn das neugeborene Kind selbst noch gar keine Sünde ge­tan hat – es kann das ja auch noch gar nicht – ist je­des Neu­geborene durch die Erbsünde belastet und steht von Be­ginn an unter der Herr­schaft des To­des.3

Wir erben diese sündhafte Natur von unseren Vorfahren und Eltern. Wir kommen – mit den Augen Gottes gesehen – eben nicht in ei­nem vollkommenen und hübsch anzuschauenden oder zumindest neutralen und unbefleck­ten Zustand zur Welt.

Ein fatales Prinzip

Die eigenen Übertretungen und Sün­den fügen wir dann später noch hinzu. Aber es sind nicht erst die äußeren Um­stände und Bedingungen, die uns zu Sündern machen. Nein, es ist schon vorher da. Dieses Prinzip ist in uns drin und wohnt in uns.


„Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen heraus die bö­sen Gedanken, Un­zucht, Diebstahl, Mord, (22) Ehebruch, Habgier, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Missgunst, Läs­terung, Hoch­mut, Unvernunft. (23) All dies Böse kommt von in­nen heraus und macht den Menschen unrein.“4

Daher waren auch alle Christen früher, d.h. vor ihrer Wieder- oder Neugeburt, einmal Kinder des Unge­horsams bzw. Kinder des Zorns: „ … Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern.“5

Der Zorn Gottes

Der Zorn Gottes ist nicht, wie der Zorn häufig bei uns Menschen, ein heftiges und wütendes Aufbrau­sen. Sein Zorn ist keine unkontrollierte Aktion, keine blinde Zerstö­rungswut. Nein, Gottes Zorn ist Aus­druck davon, dass er die Sünde hasst und bestraft. Und so leiden wir schon in diesem Leben unter dem Zorn und der Bestrafung Gottes, so wie er bzw. sie sich in vielfacher Weise zeigt.

Unsere Vergänglichkeit und die der gesamten Schöpfung ist ein sehr prominentes Beispiel hierfür. Alle Arten von Leiden und Unheil, Kriege, die Zerstörungen durch Naturgewalten und Katastrophen zeugen letztlich von Gottes Zorn, unter dem seine Schöpfung seit dem Sündenfall im Garten Eden steht.

Vorher ist es nicht so gewesen! Doch seither über­lässt er vielfach die Menschen einfach den negativen Kon­sequenzen und Auswirkungen ihres bösen und gottlosen Treibens. Er gibt sie den unreinen Begierden ihres Herzens hin.6

Am Ende wird sich sein Zorn für alle Ungläubigen in der Hölle manifestieren. Die Sünde führt den Men­schen in den Tod und die ewige Bestrafung.

Die Un­gläubigen leben ihr irdisches Leben ohne Gott. Nach ihrem Tod gelangen sie an einen Ort, den die Bibel Hölle nennt. Dort bleiben sie dann für im­mer getrennt und abgeschieden von Gott in Not und Elend, Zittern und Zähneknirschen, Dun­kelheit und Finsternis, in nicht endender Seelennot, ohne Frieden, gequält durch unaufhörliche Bestrafungen, immerwährend­e Verloren­heit und ewiges Sterben. Unter dem Zorn Gottes …

Eine unbequeme Wahrheit

Die Botschaft des Apostel Paulus in Epheser 2, 1 – 3, ist keine, die uns gut gefällt. Sie schmeichelt uns nicht. Sie widerspricht so völlig dem Bild, das die Welt von uns Men­schen zeichnet.

Wir haben es so oft gehört: „Der Mensch ist im Grunde gut.“ Das ha­ben wir aufgenommen, inhaliert und uns zu eigen gemacht.

Das, was die Bibel uns sagt, ist jedoch et­was ganz anderes. Bereits das Alte Testament macht deutlich:

“… das Dichten und Trachten des menschlichen Her­zens ist böse von Jugend auf”7

Die Toren sprechen in ihrem Herzen: »Es ist kein Gott.« Sie taugen nichts; ihr Treiben ist ein Gräuel; da ist keiner, der Gutes tut. Der Herr schaut vom Himmel auf die Men­schenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage. Aber sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist kei­ner, der Gutes tut, auch nicht ei­ner”.8

Dies ist die Wahrheit, die die Bibel, die Gott selbst über uns sagt. Sie ist nicht schön. Sie ist traurig und deprimie­rend. Aber sie ist eine Realität. Die Welt heute beweist uns dies jeden Tag. Lass uns dieser Wirklichkeit ins Angesicht sehen!
Denn: Das ist Echt!


Die anderen Beiträge der Serie “Echt!” findest du hier:

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Sünde und Tod
Was mich frisst!

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Lebendig
erleuchtet
aus Gnade
Glauben und Werke
Sein Werk, unsere Aufgabe
Ein perfekter Plan

Wenn du wissen möchtest, was die Wieder- oder Neugeburt ist oder was es mit dem Christsein auf sich hat, dann sieh dir doch mal den folgenden Artikel und die Links dazu an: NeuGeboren


Zur Vertiefung

  1. In welchem Zustand kommen wir gemäß der Bibel auf diese Welt (Psalm 51, 7)? Warum ist das so? Wie passt das zu der häufig zu hörenden Aussage „Der Mensch ist von Natur aus gut.“? Welche prak­tischen Erfah­rungen und Beispiele könn­test du dieser Aussage entgegensetzen?
  2. Welche Konsequenzen können sich daraus erge­ben, wenn wir mit einer falschen Prämis­se über unsere Natur unser Leben füh­ren?
  3. Was ist der Zorn Gottes und wie zeigt er sich heu­te (siehe z.B. Römer 1, 18 ff.)? Wie verbringen gottlose Menschen die Ewig­keit?

0 vgl. Epheser 2, 2
1 vgl. Johannes 1, 13 („Geblüt“ = Abstammung, familiäre Her­kunft)
2 Psalm 51, 7
3 vgl. auch Römer 5, 14
4 Matthäus 7, 21 – 23
5 Epheser 2, 3
6 vgl. Römer 1, 18 – 32; insbesondere Vers 24 und 28
7 1. Mose 8, 21; siehe auch 1. Mose 6, 5
8 Psalm 14, 1 – 3

Bibelverse zitiert aus: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

[Auszug aus dem Buch “Gefunden! Glauben. Leben. Hoffnung.” siehe auch bibelesewelt.de/buecher/ ]


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Über den Autor:

Torsten Ratschat, gebo­ren 1967, ist leitender Angestell­ter in der Stahl­industrie. Er ist verhei­ratet und hat 3 erwach­sene Kinder.

„Allein die Tatsache, dass Gott durch die Bibel zu uns spricht, sollte uns motivieren neugierig zu werden und uns mit ihr zu beschäftigen.“

„Gott will, dass dein Leben gelingt! Dies zu entdecken wird das Beste sein, was dir je passieren kann!“

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Eine Antwort

  1. Luise Brenner sagt:

    Ja, so ist es! Die Bibel sagt, dass alle gesündigt haben und dass in uns nichts Gutes ist.
    Allein durch Jesus Christus werden wir neu, indem wir IHN aufnehmen.

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